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Posturales Tachykardiesyndrom
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Wenn der Blutdruck oft absackt

Schwindel, Herzrasen, Benommenheit – wenn beim Aufstehen starke Kreislaufprobleme auftreten, könnte ein posturales Tachykardiesyndrom (POTS) die Ursache sein. Was sich dahinter verbirgt und warum die Diagnose künftig schneller erfolgen dürfte.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 14.04.2025  12:00 Uhr

POTS und PEM

POTS kann ebenso wie andere Dysfunktionen des autonomen Nervensystems nach einer akuten Infektion auftreten, unter Umständen in Kombination mit einer Postexertionellen Malaise (PEM). Bei dieser pathologischen Belastungsintoleranz verschlechtert sich der Gesamtzustand eines Patienten selbst nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung für Stunden, Wochen oder sogar dauerhaft. Das Problem: Für beide Krankheitsbilder gibt es gegensätzliche Behandlungsansätze. Während bei PEM das sogenannte Pacing entscheidend ist – also ein schonender Umgang mit den eigenen Energieressourcen, bei dem eine Überlastung strikt zu meiden ist – ist beim POTS um eine stufenweise Erhöhung der körperlichen Aktivität angezeigt. Liegen beide Diagnosen vor, sollte Pacing laut Experten in jedem Fall an erster Stelle stehen und POTS bestmöglich mit nicht medikamentösen Maßnahmen wie ausreichende Trinkmenge und Salzzufuhr, oberschenkellange Kompressionsstrümpfe sowie medikamentös behandelt werden.

Experten rechnen damit, dass die Zahl der POTS-Betroffenen im Zusammenhang mit Post Covid steigen wird. Immerhin dürfte künftig weniger Zeit vergehen, bis die richtige Diagnose gestellt wird. In der deutschen Version der Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme ICD wurde POTS im Januar 2024 in der Kategorie der Erkrankungen des Nervensystems unter dem Schlüssel G90.80 verbindlich aufgenommen. Ärzte können seit Januar 2025 Leistungen bei POTS abrechnen, unabhängig von deren Ursache. Die Leistungen sind laut des Vereins »POTS und und andere Dysautonomien« ein wichtiger Schritt, um den oft zeitintensiven Behandlungsaufwand zu vergüten und die Aufmerksamkeit und Anerkennung für die bislang weitgehend übersehene Patientengruppe zu erhöhen.

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