PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Kälteurtikaria
-
Wenn der Winter krank macht

Wenn beim winterlichen Spaziergang die Haut mit Quaddeln und Juckreiz reagiert, könnte eine Kälteurtikaria die Ursache sein. Die Sonderform der Nesselsucht kann Betroffene stark einschränken, lässt sich aber meist gut behandeln. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 19.01.2026  08:00 Uhr

Hilfe Cortison?

Glucocorticoide sind kurzzeitig für maximal zehn Tage nur bei schweren Exazerbationen indiziert. Cortisonsalben zeigen bei der Kälteurtikaria keine Wirkung.

Wann ist ein Adrenalin-Autoinjektor erforderlich?

Hatte ein Patient bereits eine ausgeprägte systemische Reaktion oder war von den Schwellungen Rachen oder Luftröhre betroffen, wird der Arzt einen Adrenalin Autoinjektor verordnen. Den Pen sollten die Patienten stets mit sich führen.

Wie ist ein Adrenalin-Autoinjektor aufzubewahren?

Der Adrenalin-Pen sollte bei Raumtemperatur unter 25 °C und lichtgeschützt gelagert werden. Der Kühlschrank ist dafür nicht geeignet. Temperaturschwankungen von +/-15 °C sind hin und wieder zulässig, wenn 10 °C nicht unter- und 40 °C nicht überschritten werden.

Wegen möglicher starker Temperaturschwankungen sollten Autoinjektoren nicht im Handschuhfach des Autos aufbewahrt werden. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlt eine kleine Thermos- oder Isolierkanne zur Aufbewahrung des Pens.

Was tun, wenn die Flüssigkeit im Injektor trüb ist?

Wenn das Medikament doch einmal falsch gelagert wurde, zum Beispiel eingefroren war, sollte der AAI ersetzt werden. Kommt es jedoch zu einer anaphylaktischen Reaktion, bevor der Patient einen neuen Pen erhalten hat, empfiehlt der DAAB, den Injektor trotz getrübter Flüssigkeit zu nutzen. Die Verwendung ist zu rechtfertigen, da eine Anaphylaxie lebensbedrohlich ist.

Hat man die Erkrankung ein Leben lang?

In vielen Fällen erleben Patienten die Kälteurtikaria nur einmal oder wenige Male. Treten die Symptome über sechs Wochen oder länger immer wieder auf, spricht man von einer chronischen Urtikaria. Häufig verschwindet die Erkrankung nach fünf bis sieben Jahren von selbst oder sie bessert sich zumindest deutlich. Vor allem familiäre Formen können chronisch verlaufen.

Können sich Patienten an die Kälte gewöhnen?

Bei einer ärztlich kontrollierten Gewöhnungstherapie wird die gesamte Haut mit kaltem Wasser an den Kältereiz gewöhnt. Zu Beginn wird der Juckreiz erst einmal schlimmer und es kann zu Kreislaufbeschwerden kommen. Der schützende Effekt bleibt allerdings nur erhalten, wenn die Haut täglich kalt behandelt wird.

Was ist bei Kindern und Jugendlichen zu beachten?

Fälle einer Anaphylaxie durch Kälte sind auch bei Kindern und Jugendlichen beschrieben. Eltern sollten prinzipiell aufmerksam sein, wenn sich Kinder im Wasser aufhalten. Die Therapie einer Kälteurtikaria entspricht prinzipiell der bei Erwachsenen, bedarf jedoch einer Begleitung durch den Kinderarzt. Wichtig ist eine Schulung der Eltern zur Erkennung von Warnsymptomen und zur Anwendung der Notfallmedikation. Das Notfallset sollte kindgerechte Dosierungen enthalten und die Anwendung des Adrenalin-Autoinjektors muss regelmäßig geübt werden.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa