| Barbara Döring |
| 19.01.2026 08:00 Uhr |
Glucocorticoide sind kurzzeitig für maximal zehn Tage nur bei schweren Exazerbationen indiziert. Cortisonsalben zeigen bei der Kälteurtikaria keine Wirkung.
Hatte ein Patient bereits eine ausgeprägte systemische Reaktion oder war von den Schwellungen Rachen oder Luftröhre betroffen, wird der Arzt einen Adrenalin Autoinjektor verordnen. Den Pen sollten die Patienten stets mit sich führen.
Der Adrenalin-Pen sollte bei Raumtemperatur unter 25 °C und lichtgeschützt gelagert werden. Der Kühlschrank ist dafür nicht geeignet. Temperaturschwankungen von +/-15 °C sind hin und wieder zulässig, wenn 10 °C nicht unter- und 40 °C nicht überschritten werden.
Wegen möglicher starker Temperaturschwankungen sollten Autoinjektoren nicht im Handschuhfach des Autos aufbewahrt werden. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlt eine kleine Thermos- oder Isolierkanne zur Aufbewahrung des Pens.
Wenn das Medikament doch einmal falsch gelagert wurde, zum Beispiel eingefroren war, sollte der AAI ersetzt werden. Kommt es jedoch zu einer anaphylaktischen Reaktion, bevor der Patient einen neuen Pen erhalten hat, empfiehlt der DAAB, den Injektor trotz getrübter Flüssigkeit zu nutzen. Die Verwendung ist zu rechtfertigen, da eine Anaphylaxie lebensbedrohlich ist.
In vielen Fällen erleben Patienten die Kälteurtikaria nur einmal oder wenige Male. Treten die Symptome über sechs Wochen oder länger immer wieder auf, spricht man von einer chronischen Urtikaria. Häufig verschwindet die Erkrankung nach fünf bis sieben Jahren von selbst oder sie bessert sich zumindest deutlich. Vor allem familiäre Formen können chronisch verlaufen.
Bei einer ärztlich kontrollierten Gewöhnungstherapie wird die gesamte Haut mit kaltem Wasser an den Kältereiz gewöhnt. Zu Beginn wird der Juckreiz erst einmal schlimmer und es kann zu Kreislaufbeschwerden kommen. Der schützende Effekt bleibt allerdings nur erhalten, wenn die Haut täglich kalt behandelt wird.
Fälle einer Anaphylaxie durch Kälte sind auch bei Kindern und Jugendlichen beschrieben. Eltern sollten prinzipiell aufmerksam sein, wenn sich Kinder im Wasser aufhalten. Die Therapie einer Kälteurtikaria entspricht prinzipiell der bei Erwachsenen, bedarf jedoch einer Begleitung durch den Kinderarzt. Wichtig ist eine Schulung der Eltern zur Erkennung von Warnsymptomen und zur Anwendung der Notfallmedikation. Das Notfallset sollte kindgerechte Dosierungen enthalten und die Anwendung des Adrenalin-Autoinjektors muss regelmäßig geübt werden.