| Isabel Weinert |
| 04.03.2026 12:00 Uhr |
Was bleibt, wenn ein genetisch bedingter Mangel bewiesen wurde oder vermutet wird? Der Rat lautet, die Belastung mit Schadstoffen so weit wie möglich zu verringern. Das ist der Grund, warum manche Betroffene den Eindruck haben, in der Natur geht es ihnen besser – und auf jeden Komfort verzichten, um draußen zu leben. Vermutlich muss hier jeder Mensch seinen eigenen Weg finden und dabei möglichst mit professioneller Hilfe darauf schauen, den Fokus nicht zu stark auf die Symptomatik zu richten, denn das kann sie im Zweifel noch verstärken. Ratsam ist es, auf Parfums, parfümierte Waschmittel und Körperpflege zu verzichten.
Versucht wird auch, durch die Zufuhr von N-Acetylcystein die Glutathion-Konzentration im Körper zu steigern. N-Acetylcystein als Vorstufe von Cystein gilt als sehr effektiv, um mehr Glutathion im Körper zu erreichen. Reines, oral eingenommenes Cystein hingegen weist eine schlechte Bioverfügbarkeit auf. Um die Konzentration an Glutathion im Organismus zu steigern, werden auch Bewegung und der Verzehr schwefelhaltiger Lebensmittel empfohlen. Zu letzteren zählen Eier, Brokkoli, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln und Kreuzblütler. Die schwefelhaltigen Nahrungsmittel fördern die Produktion von Cystein, das als limitierender Faktor in der Glutathionsynthese gilt. Selen als Cofaktor für Glutathion, Glycin als eine Komponente des Moleküls, Vitamin C und alpha-Liponsäure werden ebenfalls versucht, um eine Besserung zu erzielen.
Weil bei Glutathion-S-Transferase-Mangel ein bestimmter Anteil der Entgiftung durch die Leber nur eingeschränkt funktioniert, die sogenannte Phase-II-Entgiftung, können auch einige Medikamente schlechter metabolisiert werden. Weiß ein Mensch von dieser genetischen Variante, kann er seinen Arzt darauf hinweisen, damit dieser bei zu verordnenden Medikamenten darauf achtet, kritische Medikamente möglichst auszutauschen.