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Hagener Petition
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Widerstand gegen die Apothekenreform war erfolgreich

Das Apotheken-Reformgesetz (ApoRG) ist Geschichte. Dass seine Umsetzung blockiert wurde, lag auch am Engagement der Apothekerschaft. Mit seiner Petition »Apothekenversorgung sichern durch Verbesserung des Apotheken-Reformgesetzes« kämpfte der Hagener Apotheker Christian Fehske gegen »Apotheken light«. Seine Bilanz im Folgenden.
AutorPZ
Datum 08.01.2025  10:00 Uhr

Lindner beim Neujahrsempfang in Hagen

Für sein Engagement für eine angepasste Apothekenhonorierung sieht der Apotheker weiter genügend Anlass; »der Kampf um eine überfällige Reform vor allem der Vergütung muss natürlich weitergehen«, so Fehske. Daher sei der Blick nun in die Zukunft gerichtet. Kontakte zur Politik pflege man. Mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Schisanowksi sei man ohnehin in gutem Austausch, überdies habe der SPD-Staatssekretär Edgar Franke einen baldigen Besuch in Hagen in Aussicht gestellt.

Auch mit der FDP bleibe man im Austausch. Parteichef Christian Lindners »konsequente Ablehnung einer Strukturänderung im Apothekenbereich, welche die Freiberuflichkeit hätte gefährden können«, erscheine »maßgeblich für die Ablehnung des ApoRG«, vermutet Fehske.

Kontakt sucht Fehske auch mit den Grünen. Thomas Jalili Tanha als Nachfolger von Janosch Dahmen im Wahlkreis Hagen habe er schon vor einigen Wochen in seiner Apotheke begrüßt und mit ihm »konstruktiv auch über Apothekenpolitik« sprechen können, so Fehske. Dahmen hatte den Wahlkreis gewechselt. Auch Hagens CDU-Kandidatin Tijen Ataoğlu habe einen Besuch in der Apotheke angekündigt. 

Mieves wirbt für dynamische Vergütung

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves zeige sich weiter offen für Apothekenthemen, so Fehske. Mieves habe auf der Plattform LinkedIn um Vorschläge für wichtige Themen in der kommenden Legislatur gebeten – und in dem Zug für ein dynamisches Apothekenhonorar geworben. Er schrieb: »Packungsvergütung Apotheken: Ich bin dafür, einen Mechanismus einzuführen, der die Verpackungsvergütung entsprechend steigender Kosten dynamisiert.«

Fehske hält dies für eine gute Basis. Denn ein »Mechanismus« sei etwas anderes als die im ApoRG vorgesehenen regelmäßigen Verhandlungen mit den Krankenkassen. Diese werden wegen des Machtgefälles von vielen skeptisch gesehen.

Einen großen Erfolg auf openpetition.de kann für 2024 übrigens der Hessische Apothekerverband (HAV) verbuchen. Seit Sommer engagiert sich der Verband dort mit seiner Petition »Gegen das geplante Apothekenreformgesetz – keine ›Apotheken ohne Apotheker‹!« gegen die Reformpläne. Die Petition startete am 1. Juli 2024. Schon im September 2024, als sie bei etwa fast 150.000 Unterschriften lag, galt sie auf der Plattform als die erfolgreichste Petition des Jahres.

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