| Isabel Weinert |
| 09.02.2026 12:00 Uhr |
Eine Sepsis kann leider jedes Leben bedrohen. Umso wichtiger, immer auch an diese Möglichkeit zu denken, um frühzeitig behandeln zu können. / © Adobe Stock/Monkey Business
Eine lokale Infektion ist der Startpunkt für eine mögliche Sepsis. In aller Regel gelingt es dem Immunsystem, die Erreger der Infektion vor Ort zu eliminieren. Bei einer Sepsis aber gelangen die Keime in großer Zahl in die Blutbahn. Das ruft das Immunsystem massiv auf den Plan. Die Folge: eine den ganzen Organismus umfassende Entzündungsreaktion, bei der die körpereigene Abwehr in großen Mengen Entzündungsbotenstoffe ausschüttet, sogenannte Zytokine. Fachleute sprechen von einem Zytokinsturm.
Er führt dazu, dass nicht mehr nur die auslösenden Erreger attackiert werden, sondern gesundes Gewebe und Organe. Blutgefäße werden durch diesen Prozess geschädigt und durchlässig, wodurch Flüssigkeit in die Gewebe gelangt. Das beeinflusst den Blutdruck, er sinkt massiv ab. Zudem blockieren Mikrothromben, die in den kleinsten Blutgefäßen entstehen, die Durchblutung der Gewebe. Den Organen mangelt es damit immer mehr an Sauerstoff, bis sie ihrer Arbeit gar nicht mehr nachkommen können und versagen.
Dieses sehr häufig tödliche Geschehen kann jeden Menschen treffen, einige Gruppen sind aber stärker gefährdet. Dazu zählen ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr, solche mit einer geschwächten Immunabwehr, beziehungsweise mit einer chronischen Erkrankung, sowie Säuglinge und Schwangere. Häufigster Ausgangspunkt für eine Sepsis ist eine Lungenentzündung, bei der die Erreger, die Pneumokokken, in den Blutkreislauf gelangen.
Vor allem bei älteren Menschen, bei solchen, die gepflegt werden und bei Personen mit Dauerkatheter entwickeln sich leicht Harnwegsinfektionen mit Escherichia coli, die dann eine Sepsis verursachen. Infektionen des Bauchraums spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. So können Entzündungen des Blinddarms, der Gallenblase, aber auch ein Darmdurchbruch oder eine Bauchfellentzündung Ausgang einer Sepsis sein.