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Impfen gegen Corona
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Wie das Eindämmen der Pandemie gelingen könnte

Alle Hoffnungen, dem Coronavirus Herr zu werden, richten sich zurzeit auf die Impfstoffe. Zwischen 70 und 90 Prozent oder mehr Schutz vor einer Erkrankung an Covid-19 sollen die aktuell vor der Zulassung stehenden Corona-Impfstoffkandidaten bieten. Doch wie lange bleibt dieser Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 nach einer Impfung bestehen? Und wie viele Menschen müssten sich impfen lassen, um die notwendige Herdenimmunität zu erreichen?
AutorKontaktdpa/Katja Egermeier
Datum 30.11.2020  15:15 Uhr

Immunantwort nach Impfung effizienter

Carsten Watzl, Immunologe am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund, weist darauf hin, dass man bei anderen Coronaviren, die normale Erkältungen auslösten, im Mittel ein bis anderthalb Jahre vor einer erneuten Infektion geschützt sei. Eine natürliche Infektion sei allerdings nicht mit einer Impfung vergleichbar, die Immunantwort falle nach einer Impfung effizienter aus, sagt Watzl, der auch Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ist. »Die Hoffnung ist also, dass die Immunität durch die Impfstoffkandidaten deutlich länger anhält.«

Ob für eine Immunität vor allem Antikörper oder T-Zellen oder aber eine Mischung aus beiden wichtig ist, sei noch nicht zu beantworten, sagt Watzl. Immunologe Jacobs ergänzt: »Eine sterile Immunität ist vermutlich vor allem von einer hohen Zahl neutralisierender Antikörper abhängig, während die Schwere des Verlaufs mit der T-Zellen-Antwort zusammenhängt, sodass es ein ›wichtiger‹ in diesem Kontext wahrscheinlich nicht gibt.«

Mit Blick auf vulnerable Risikogruppen, etwa in Altenheimen, sei eher bedeutend, ein Vakzin zu haben, das einen sterilen Impfschutz für Pflegerinnen und Pfleger und andere Menschen biete, die intensiv mit Risikogruppen arbeiteten, sagt Jacobs. Diese müssten sich dann vermutlich häufiger impfen lassen. »Für die breite Bevölkerung würde eine klinische Immunität eher reichen.«

Trotz Impfung ansteckend?

Zudem sei derzeit noch ungewiss, ob eine Impfung auch davor schütze, den Erreger weiterzugeben. «Bei einer hohen Antikörper-Antwort ist die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering», erklärt Jacobs. Bei einer klinischen Immunität könnte allerdings weiter das Risiko eines Spreadings bestehen – hier müssten weitere Studien folgen.

Insgesamt, so Immunologe Watzl, würden die Impfstoffe aber zunächst für eine Beruhigung der Situation sorgen. »Selbst, wenn der Schutz nur zwei Jahre hält, könnte nachgeimpft werden«, sagt er. »Das wäre zwar nervig, aber beherrschbar.« Und SARS-CoV-2 würde so zu einem weiteren Erreger, gegen den man regelmäßig impfen muss. »Wir hätten dann aber keine Pandemie mehr.«

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