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Wie Tiere die Therapie unterstützen

Der Kontakt mit Hunden, Pferden oder Alpakas kann in der Behandlung von Depressionen, Angststörungen oder Demenz positive Effekte erzielen. Welche Chancen tiergestützte Therapien bieten und wo die Grenzen sind – Antworten auf wichtige Fragen im Überblick.
AutorKontaktdpa
Datum 24.02.2026  14:00 Uhr
Wie Tiere die Therapie unterstützen

Was ist tiergestützte Therapie?

Unter tiergestützter Therapie versteht man eine geplante und zielgerichtete therapeutische Maßnahme, bei der speziell ausgebildete Tiere fester Bestandteil der Behandlung sind. Sie wird von qualifizierten Fachkräften – etwa aus der Psychotherapie, Ergotherapie oder Physiotherapie – durchgeführt und verfolgt konkrete, dokumentierte Therapieziele.

Der Begriff »tiergestützte Therapie« ist zwar rechtlich nicht geschützt, fachlich jedoch etwa durch Fachverbände definiert. Übergeordnet spricht man von »tiergestützten Interventionen«. Dazu zählen neben der Therapie auch pädagogische Angebote und tiergestützte Aktivitäten, bei denen Tiere etwa in Schulen oder Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden – ohne dass eine therapeutische Behandlung im engeren Sinne stattfindet.

Wann kann die Therapie mit Tieren helfen?

Viele Menschen empfinden den Kontakt mit Tieren in einer Therapie als unterstützend. Wissenschaftliche Studien liefern Hinweise darauf, dass sich im Rahmen tiergestützter Therapie zum Beispiel Verbesserungen bei Depressionen, Angststörungen oder Stresssymptomen beobachten lassen. Auch bei Autismus oder Demenz gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass Tiere helfen können, mehr Ruhe zu finden, die Stimmung zu stabilisieren oder soziale Kontakte zu erleichtern.

Erklärt werden die positiven Effekte unter anderem mit der Wirkung von Hormonen. Studien zeigen, dass Menschen im Kontakt mit Tieren – etwa beim Streicheln – das Hormon Oxytocin ausschütten. Das Hormon steht mit Bindung, Vertrauen und Stressreduktion in Verbindung.

»Wenn wir derart entspannt sind, können wir schneller eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen oder mehr Motivation aufbringen«, sagt Andrea Beetz. Sie ist Professorin für Heilpädagogik an der IU Internationale Hochschule und Präsidentin der International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT). Diese positive Grundstimmung kann zum Beispiel dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten neuen Erfahrungen aufgeschlossener oder mit weniger Ängsten begegnen. Teils sollen mittels tiergestützter Therapie – etwa im Kontakt mit Pferden – auch Kommunikation, Sozial- und Lernverhalten, das Selbstwertgefühl oder soziale Kompetenzen gefördert werden.

Wie gut eine tiergestützte Therapie oder Intervention wirkt, hängt auch vom individuellen Charakter des Tieres und der Beziehung zwischen Therapeut und Klient ab. Stimmen die Grundvoraussetzungen, lasse sich manches schneller bewältigen als in reiner Therapie ohne Tier, so Diplom-Psychologin Beetz.

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