| Juliane Brüggen |
| 14.01.2026 14:00 Uhr |
Eine Verhütungspanne kann immer passieren. Hier gibt es neben dem Einsetzen einer Kupferspirale die Möglichkeit einmalig die »Pille danach« – entweder mit Ulipristalacetat, einem Progesteron-Rezeptor-Modulator, oder Levonorgestrel, einem Gestagen – einzunehmen, sofern der Zeitrahmen passt und keine Kontraindikationen vorliegen. Doch gilt das auch für Brustkrebspatientinnen? Hier gibt der Krebsinformationsdienst Entwarnung: »Im Falle einer Verhütungspanne wird das Risiko einer kurzfristigen Hormonbelastung geringer eingeschätzt als das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.« Die Empfehlungen entsprechen daher denen gesunder Frauen.
Bei jungen Frauen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs kollidiert die adjuvante Antihormontherapie (AHT), die je nach Rezidivrisiko für eine Dauer von fünf bis zehn Jahre empfohlen wird, manchmal mit der Familienplanung. Denn während der Therapie sollte eine Schwangerschaft vermieden werden.
Wie sich eine Unterbrechung der AHT auf das Rezidivrisiko auswirkt, hat die POSITIVE-Studie untersucht. Demnach ist eine Therapiepause von maximal zwei Jahren möglich, wenn die Patientin die Therapie zuvor schon mindestens 18 Monate durchgeführt hat. Dies entspricht den aktuellen Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO). Beim Herbstkongress 2025 der European Society For Medical Oncology (ESMO) wurden zuletzt 5-Jahres-Follow-up-Daten vorgestellt, die diese Vorgehensweise bestätigen. Um das Risiko allerdings über einen längeren Zeitraum einschätzen zu können, müssen weitere Studien folgen. Die individuellen Risiken sollten Patientinnen daher zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.