| Isabel Weinert |
| 12.02.2026 08:00 Uhr |
Wie sieht es mit Testosteron-Medikamenten für Frauen aus und wann brauchen sie so etwas? Testosteron entsteht auch im Körper von Frauen, und zwar in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde. Es beschert auch ihnen Energie, Lust, Muskelmasse und wirkt positiv auf das Denkvermögen. Im Blut erwachsener Frauen zirkuliert Testosteron (tT) in Konzentrationen zwischen 0,38 bis 3,44 nmol/l. In den Wechseljahren können Frauen entweder einen Mangel am männlichen Sexualhormon oder auch einen Überschuss entwickeln. Und das Ganze bleibt auch nicht zwingend statisch, sondern schwankt.
Fühlt sich eine Frau permanent erschöpft und antriebslos, geht die Lust gegen null und lässt das Konzentrationsvermögen nach, dann kann sie den Testosteronwert beim Arzt ermitteln lassen. Bestätigt sich der Verdacht, können Arzt und Patientin eine TRT in Erwägung ziehen, die transdermal und sehr niedrig dosiert zum Einsatz kommt.
Allerdings dürfen sich derart behandelte Frauen keine Wunder versprechen. So zeigte eine in Australien in 2019 durchgeführte Metaanalyse, dass der Ersatz des Hormons zwar die Sexualität verbesserte, das Selbstbild und das Wohlbefinden. Bei Kognition, Knochendichte, Körperzusammensetzung, Muskelstärke und Wirkung gegen Depression fanden die Forschenden jedoch keinen Effekt. Die häufigsten Nebenwirkungen bei transdermaler Therapie waren Akne und Haarverlust sowie in einigen der betrachteten Studien eine leichte Gewichtszunahme.
Das Ergebnis einer Testosteronbestimmung hängt bei beiden Geschlechtern unter anderem von der Tageszeit der Blutentnahme ab und auch zwischen auswertenden Laboren gibt es Unterschiede. Um falsche Werte durch verschiedene Störfaktoren auszuschließen, sollte der Wert im Zweifel zweimal bestimmt werden.
Stimmt die Dosierung, so gilt eine TRT bei Männern und Frauen als sicher. Überdosiert jedoch oder ohne vorhandenen deutlichen Testosteronmangel eingesetzt, steigt das Risiko für Thrombosen und damit für akute Ereignisse im Herz-Kreislauf-System, steigen Blutfettwerte und Blutdruck an, bereitet die Prostata Probleme und schwankt die Stimmung hin zu einem größeren Aggressionspotenzial.
Womit man bei dem missbräuchlichen Einsatz des Sexualhormons wäre. Bevorzugt sind es Männer, die im Breitensport, und hier vor allem im Krafttraining, mit Steroiden wie Testosteron ihr Muskelwachstum anregen, ihre Leistungsfähigkeit steigern und ihre Regenerationszeit verkürzen wollen. Dabei setzen sie mit dem missbräuchlichen Einsatz für einen optisch noch gesünder/muskulöser wirkenden Körper genau das aufs Spiel: ihre Gesundheit.