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Ernährung der Zukunft
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Alternative Proteinquellen unter der Lupe

Traditionell stammen die meisten Proteine in unserer Ernährung aus tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Doch die Weltbevölkerung wächst und der hohe Konsum tierischer Produkte belastet das Klima. Nachhaltige, alternative Eiweißquellen werden daher immer wichtiger – sowohl als Ergänzung als auch langfristig als mögliche Alternative.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 27.01.2026  10:00 Uhr

Algen als Fischersatz

Stichwort Algen: Die Wasserpflanzen sind ebenfalls eine interessante Proteinquelle für den Menschen. Sie wachsen schnell und lassen sich in unterschiedlichen Umgebungen kultivieren. Algen haben einen vergleichbaren Gehalt an Proteinen und Aminosäuren wie Rindfleisch, werden  allerdings in deutlich geringeren Mengen verzehrt. Neben Eiweiß liefern sie zusätzlich Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe sowie einige Mikronährstoffe. Aufgrund ihres spezifischen Eigengeschmacks eignen sie sich vor allem als Fischersatz.

Rund 150 Algenarten werden derzeit als Lebensmittel genutzt: großblättrige Speisealgen und Seetang, sogenannte Makroalgen, sind in asiatischen Ländern fester Bestandteil der Küche. Mikroalgen wie Chlorella und das Cyanobakterium Spirulina werden vor allem in pulverisierter Form in Smoothies und Nudeln verarbeitet oder als Nahrungsergänzungsmittel eigenommen.

Beim Verzehr von Algen muss man aber auch auf bestimmte Gesundheitsrisiken achten. So reichern Meeresalgen große Mengen an Jod an. Je nach Art enthalten Algen zwischen 500 und 1.100.000 µg Jod pro 100 g Trockenmasse. Zudem unterliegen die Jodgehalte großen Schwankungen – man kann also beim Verzehr nicht wissen, wieviel Jod man gerade aufnimmt, denn Hersteller sind nicht dazu verpflichtet, den Jodgehalt anzugeben.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene täglich nicht mehr als 500 µg Jod. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollten davon maximal 200 µg aus Algen stammen. Diese Mengen sind bei Algenprodukten mit hohem Jodgehalt schnell erreicht oder sogar überschritten. Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sollten daher besser auf den Verzehr von Algen verzichten. Darüber hinaus können Algen, je nachdem wo sie wachsen, auch mit Schwermetallen wie Cadmium, Blei oder Quecksilber belastet sein. Cadmium gilt als toxisch für Leber und Nieren, Quecksilber ist ein Neurotoxin.

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