Nach dem Laufen tragen statische Dehnübungen zur Entspannung bei. / © Getty Images/kali9
Übertreibt man es mit dem sportlichen Ehrgeiz, sind womöglich Schmerzen an den Schienbeinen die Folge, oft am Tag nach dem Training. »Wer als Anfänger einfach drauflosläuft oder sich als geübter Läufer zu lange Strecken zumutet, der ist häufig davon betroffen«, so der Orthopäde Thomas Schneider von der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Der Grund: Der Bewegungsapparat braucht oft länger als das Herz-Kreislauf-System, um sich an die Belastung von Ausdauersport zu gewöhnen.
Wer neu in den Laufsport einsteigt, sollte sich Schneider zufolge höchstens drei Läufe pro Woche vornehmen und Dauer sowie Tempo der Einheiten behutsam steigern.
Schmerzen am Schienbein können auch andere Ursachen als überschießenden Sport-Ehrgeiz haben: schlecht gedämpfte Laufschuhe etwa oder eine falsche Lauftechnik. Wer sich hier unsicher ist, lässt sich am besten von Fachleuten beraten.
Auch eine wortwörtlich harte Umstellung des Laufuntergrundes kann das Schienbein belasten und zu Schmerzen führen, wie Thomas Schneider sagt. Etwa, wenn man auf Asphalt statt auf weichem Waldboden unterwegs war.
Was aber tun, wenn es am Tag nach dem Lauf am Schienbein wehtut? Dann ist Schonung angesagt. Am besten gönnt man den Beinen zwei bis drei Tage Jogging-Pause. Tut es während des Laufens bereits weh, rät Schneider, die Trainingseinheit zu beenden. Dann sind Schonung und Kühlen angesagt.
Wer immer wieder mit Schmerzen am Schienbein zu kämpfen hat, womöglich sogar im Ruhezustand, sollte das ärztlich abklären lassen. Dann hat man womöglich ein behandlungsbedürftiges Schienbeinkantensyndrom entwickelt, auch »Jogger-Schienbein« genannt. Dabei kommt es zu einer Reizung der Knochenhaut, oft gesellen sich schmerzhafte Muskelverspannungen dazu.
Das Problem rechtzeitig anzugehen, ist wichtig. »Ansonsten können die Beschwerden chronisch werden und auch Sprunggelenk und Knie in Mitleidenschaft ziehen«, warnt Thomas Schneider. Schlimmstenfalls drohen sogar Ermüdungsbrüche.