Vitamin-B12-Mangel: Fünf Tipps für eine kompetente Beratung |
Beratungstipp 1: Bei diesen Kunden an Vitamin-B12-Mangel denken
Vitamin-B12-Mangel ist bei bestimmten Risikogruppen verbreitet. Dazu zählen Personen mit Resorptionsstörungen, ältere Menschen, Veganer und Vegetarier. Besonders relevant für die Beratung in der Apotheke ist, dass sich ein Vitamin-B12-Mangel durch die längerfristige Einnahme einiger Arzneimittel entwickeln kann. So kann etwa das Antidiabetikum Metformin die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm verringern und dadurch langfristig einen Vitamin-B12-Mangel verursachen. Bis zu 30 % der Patienten unter Metformintherapie sind von einem Mangel betroffen (1). Auch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol oder Pantoprazol kann zum Vitamin-B12-Mangel führen. Eine Einnahme von PPI über mindestens zwei Jahre erhöht das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel um 65 % (2). H2-Rezeptorblocker, Aminosalycilate, Colchicin und Neomycin, Cholestyramin, einige Antiepileptika (z. B. Carbamazepin), Kaliumsalze und Methyldopa sind weitere Wirkstoffe, die die Absorption von Vitamin B12 beeinträchtigen können (3). Wenn Sie Kunden mit entsprechenden Langzeitmedikationen gezielt auf ihr erhöhtes Risiko ansprechen, zeigen Sie Beratungskompetenz. Denn ein unbehandelter Vitamin-B12-Mangel kann schwerwiegende Folgen haben. Durch eine Blutuntersuchung beim Arzt lässt sich ein Vitamin-B12-Mangel feststellen und durch eine geeignete Supplementation einfach ausgleichen.
Beratungstipp 2: Welche Vitamin-B12-Dosis erforderlich ist
Für das Beratungsgespräch wichtig zu wissen: Um einen Vitamin-B12-Mangel effektiv auszugleichen, sind hohe Dosierungen erforderlich. In Studien hat sich die Einnahme hochdosierter Tabletten mit 1.000 µg Vitamin B12 als wirksam erwiesen (4,7) – auch bei Resorptionsstörungen (5), etwa in Folge einer medikamentösen Therapie (6)*. Bei entsprechend hoher oraler Dosierung kann ein relevanter Anteil des Vitamin B12 passiv durch Diffusion über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Das geschieht unabhängig vom Intrinsic Factor, der für die aktive Aufnahme im Darm erforderlich ist. So können Störfaktoren der aktiven Resorption umgangen werden.
Beratungstipp 3: Unterschied Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel beachten
Vielen Kunden ist nicht bewusst, dass nur Arzneimittel zum Ausgleich eines Vitamin-B12-Mangels zugelassen sind. Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln sind sie im Hinblick auf Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit behördlich geprüft. Nahrungsergänzungsmittel zählen hingegen zu den Lebensmitteln. Sie ergänzen die Ernährung, wenn diese den Bedarf nicht deckt, z. B. bei vegetarischer oder veganer Ernährung oder erhöhtem Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit. Sie sind aber nicht zur Behandlung von Mangelzuständen zugelassen.
Beratungstipp 4: Vitamin-B12-Form für Wirkung nicht relevant
Kunden fragen häufig danach, welche Vitamin-B12-Form am besten aufgenommen und verwertet wird. Bei der Beantwortung der Frage hilft biochemisches Hintergrundwissen: Alle Varianten, ob Methyl-, Adenosyl- Hydroxy- oder Cyanocobalamin, durchlaufen in den Körperzellen die gleichen Prozesse und werden zur Grundform des Cobalamins abgebaut. Erst dann werden sie zu den Zielorganen transportiert und dort in Methyl- oder Adenosyl-Cobalamin umgewandelt. Es ist daher unwahrscheinlich, dass eine der oral aufgenommenen Cobalamin-Formen gegenüber einer anderen im Hinblick auf die Wirksamkeit überlegen ist (8). In oralen Vitamin-B12-Arzneimitteln ist ausschließlich Cyanocobalamin enthalten, da es besonders stabil ist und in Studien am besten untersucht wurde.
Beratungstipp 5: Vitamin-B12-Tabletten richtig einnehmen
Geben Sie Ihren Kunden wichtige Einnahmeempfehlungen mit auf den Weg: Bei einer Dosierung von 1.000 Mikrogramm Vitamin B12 reicht in der Regel eine Tablette am Tag aus. Die Einnahme erfolgt am besten morgens auf nüchternen Magen mit ausreichend Wasser. Die Dauer der Einnahme wird durch das Ansprechen auf die Behandlung bestimmt und hängt auch von den Ursachen des Mangels ab. Bei guter Verträglichkeit ist die Anwendungsdauer nicht begrenzt. Je nach Ursache des Mangels kann eine langfristige oder sogar lebenslange Einnahme erforderlich sein, etwa bei perniziöser Anämie.
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Literatur
1. Chapman LE et al. Association between metformin and vitamin B12 deficiency in patients with type 2 diabetes: A systematic review and meta-analysis. Diabetes Metab 2016 Nov; 42 (5): 316–327
2. Lam JR, Schneider JL, Zhao W et al.: Proton Pump Inhibitor and Histamine 2 Receptor Antagonist Use and Vitamin B12 Deficiency. JAMA 2013; 310 (22): 2435–2442
3. Fachinformation B12 Ankermann®. Wörwag Pharma. 01/2025
4. Wang et al. Oral vitamin B12 versus intramuscular vitamin B12 for vitamin B12 deficiency (Review). Cochrane Database Syst Rev 2018 March 15; 3 (3): CD004655
5. Andrès E, Zulfiqar A-A, Serraj K, Vogel T, Kaltenbach G: Systematic Review and Pragmatic Clinical Approach to Oral and Nasal Vitamin B12 (Cobalamin) Treatment in Patients with Vitamin B12 Deficiency Related to Gastrointestinal Disorders. J Clin Med 2018; 7 (10): 304
6. Didangelos T et al. Vitamin B12 Supplementation in Diabetic Neuropathy: A 1-Year, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Nutrients 2021, 13, 395
7. Eussen et al. Arch Intern Med 2005 May 23; 165 (10): 1167–1172; Bei der Untersuchung unterschiedlicher täglicher Dosierungen (2,5, 100, 250, 500 und 1.000 μg Vitamin B12) erwiesen sich 1.000 µg als am wirksamsten.
8. Obeid R et al. Cobalamin coenzyme forms are not likely to be superior to cyano- and hydroxyl-cobalamin in prevention or treatment of cobalamin deficiency. Mol Nutr Food Res. 2015 Jul;59(7):1364-72. doi: 10.1002/mnfr.201500019
* Die Behandlung einer perniziösen Anämie, neurologischer Symptome oder eines schweren Mangels erfolgt zu Beginn parenteral bis zur Normalisierung der Blutwerte.
** B12 Ankermann® ist das am häufigsten in der Apotheke abgegebene orale Vitamin-B12-Arzneimittel in Deutschland gemäß IQVIA, Pharma Trend, Vitamin B12 rein, A11FO, Abverkauf Pharmacy, MAT 12/2025
B12 Ankermann®
B12 Ankermann®. Wirkstoff: Cyanocobalamin 1000 μg (Vitamin B12). Zusammensetzung: 1 überzogene Tabl. enth.: Arzneil. wirks. Bestandt.: Cyanocobalamin (Vitamin B12) 1000 μg. Sonst. Bestandt.: Povidon K30, Stearinsäure (Ph. Eur.) [pflanzlich], Montanglycolwachs, Lactose-Monohydrat, Saccharose, Arabisches Gummi (getrocknete Dispersion), Talkum, Calciumcarbonat, Titandioxid, Weißer Ton, Macrogol 6000, Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph. Eur.), Natriumdodecylsulfat, Croscarmellose-Natrium, Hypromellose 15 mPa*s, Hydroxypropylcellulose (Ph. Eur.). Anwendungsgebiete: Behandlung von Vit.-B12-Mangelzuständen, d. durch Mangelernährung verursacht werden, Behandlung (Erhaltungstherapie) von Vit.-B12-Mangelsyndromen, z. B. infolge einer beeinträchtigten Resorption von Vit. B12 (z. B. infolge atrophischer Gastritis, entzündlicher Darmerkrankung, Zöliakie, totaler o. partieller Gastrektomie, Ileumresektion, Magenbypass o. anderer bariatrischer Operationen, langfristiger Einnahme von H2-Histamin-Rezeptorblockern, Protonenpumpenhemmern, Aminosalicylaten u. Metformin), dauerhafte Behandl. einer durch Vit.-B12-Mangel induzierten perniziösen Anämie nach Normalisierung d. Blutwerte. Die Behandl. ei. perniziösen Anämie bzw. neurolog. Symptome erfolgt zu Beginn parenteral bis zur Normalisierung d. Blutwerte. B12 Ankermann® wird angew. bei Erw. Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit ggü. Cyanocobalamin od. einem d. sonst. Bestandt. B12 Ankermann® darf nicht zur Behandlung einer megaloblastischen Anämie angewendet werden, d. ausschließl. durch einen Folsäuremangel verursacht wird. B12 Ankermann® darf bei Pat. nicht angewendet werden, d. sich einer Cyanid-Entgiftung unterziehen müssen (z. B. Pat. mit einer Tabak-bedingten Amblyopie od. retrobulbärer Neuritis bei perniziöser Anämie). In diesen Fällen muss ein anderes Cobalamin-Derivat verabreicht werden. Pat. mit B12-Mangel, bei denen das Risiko einer Leberschen Optikusatrophie besteht, dürfen zur Behandl. eines B12-Mangels nicht mit Cyanocobalamin behandelt werden. B12 Ankermann® darf bei Pat. mit einer du. Tabak od. Alkohol bedingten Amblyopie nicht angewendet werden. Nebenwirkungen: Gelegentlich: Schwere Überempfindlichkeitsreakt., d. sich in Form von Nesselsucht, Hautausschlag od. Juckreiz an großen Körperbereichen manifestieren können. Häufigkeit nicht bekannt: akneähnliche Hautreakt., Blasenbildung, Fieber. Nähere Informationen s. Fachinformation! Apothekenpflichtig. Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, 71034 Böblingen. Stand: 01/2025
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