| Isabel Weinert |
| 13.05.2026 08:00 Uhr |
Es gibt gute Gründe, vegan zu essen, den B12-Status muss man dabei jedoch überwachen lassen. / © Getty Images/Daisy-Daisy
Die acht wasserlöslichen B-Vitamine spielen vor allem im Energiestoffwechsel, im Nervensystem und im Rahmen der Zellteilung wichtige Rollen. Bis auf Vitamin B12 speichert sie der Körper nicht; Menschen müssen sie also regelmäßig in ausreichender Menge zu sich nehmen. Das gelingt nicht immer. Wer gerne und reichlich Süßes isst und Weißmehlprodukte, viel Kaffee, schwarzen oder grünen Tee trinkt, riskiert einen Mangel an Vitamin B1 (Thiamin). Betroffene Menschen können dann unter neurologischen Symptomen leiden wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Extremitäten, aber auch unter Muskelschwäche und Krämpfen. Die Psyche kann reagieren, die Konzentration leidet. Ein vermindertes Allgemeinbefinden lässt sich ebenfalls unter anderem auf einen Mangel an diesem Vitamin zurückführen. Die empfohlene Tagesdosis an Vitamin B1 (Thiamin) liegt für Erwachsene laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei etwa 1,0 mg für Frauen und 1,2 mg für Männer. Der Bedarf hängt ein wenig auch von Alter, Geschlecht und Energiezufuhr ab. Schwangere ab dem 2. Trimenon und Stillende benötigen mit 1,2 bis 1,3 mg etwas mehr. Wer mehr B1 aufnehmen möchte, setzt am besten auf Vollkornprodukte, Nüsse, Kartoffeln oder auch Schweinefleisch und Scholle. Damit das Vitamin nicht vor dem Verzehr durch Hitze zerstört wird, gart man entsprechende Lebensmittel schonend.
Klagen Kunden in der Apotheke über immer wieder eingerissene Mundwinkel, berichten von erhöhter Lichtempfindlichkeit, Brennen und Jucken der Augen oder von schuppenden Hautveränderungen, so kann das einen Vitamin B2-Mangel anzeigen. Das Vitamin heißt auch Riboflavin und dient dem Energiestoffwechsel als Coenzym sowie als Antioxidans. Essenziell ist es auch für gesunde Haut und Schleimhäute. Eine Fehlernährung begünstigt einen Mangel. Wer reichlich Milchprodukte isst, grünes Gemüse und Vollkornprodukte, wirkt ihm entgegen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 1,0 bis 1,4 mg Vitamin B2 (Riboflavin). Der Bedarf variiert leicht nach Alter und Geschlecht (Männer 1,3–1,4 mg, Frauen 1,0–1,1 mg). Schwangere (ab 2. Trimenon) und Stillende benötigen mit 1,3 bis 1,4 mg etwas mehr.
In der Beratung von untergeordneter Bedeutung in ihrer Vitaminfunktion sind Vitamin B3 (Niacin) und Vitamin B5 (Pantothensäure). Bei Menschen, die auf ein Vitamin-B-Präparat setzen und zudem Statine einnehmen, sollten PTA allerdings darauf hinweisen, dass speziell Niacin deren Wirkung und Nebenwirkungen verstärken kann. Eine Niacin-Mangelsituation kann entstehen, wenn Menschen Isoniazid bei Tuberkulose brauchen, Zytostatika oder manche Antiepileptika wie Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin. Dann bedarf es (unter Umständen) einer Niacin-Substitution.