Lüften sorgt auch im Winter für einen Luftaustausch in den Räumen, was die Belastung mit Radon und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen in den Innenräumen reduziert. / © Getty Images/Daniel Balakov
Bei eisigen Temperaturen lüften viele Menschen weitaus seltener. Das kann die Belastung mit radioaktivem Radon in der Wohnung deutlich erhöhen, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter. »Man sollte auch im Winter daran denken, ein häufig genutztes Zimmer oder ein Büro im Keller gut zu lüften.« Das solle möglichst per Durchzug kurz und intensiv geschehen. Und das nicht nur alle paar Tage: Die Radonkonzentration steige innerhalb von wenigen Stunden nach dem Lüften wieder auf das alte Niveau. Das farb- und geruchlose Gas ist nach Tabakrauch die wichtigste Ursache für Lungenkrebs.
Die Radonkonzentration im Winter in einem ungelüfteten Kellerraum könne je nach Gebäude um den Faktor fünf bis zehn höher liegen als in einem gut gelüfteten Raum im Sommer, hieß es vom BfS. Zudem entsteht dem Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München zufolge in Häusern ein kaum spürbarer Unterdruck, wenn die warme Heizungsluft im Winter im Haus aufsteigt.
Aus dem Untergrund gelangt das Gas durch Risse im Fundament, undichte Rohrdurchführungen, Kabelschächte oder offene Poren in Wänden auch in Häuser. Die höchsten Radonkonzentrationen treten typischerweise in Kellern und Erdgeschossen auf. Über Treppenhäuser, Schächte, Kamine, Kabelkanäle oder undichte Decken kommt das Gas aber auch in obere Etagen, verstärkt durch den – abgemildert auch im Sommer vorhandenen – Kamineffekt: Warme Luft steigt auf und saugt Luft von unten nach.
Ein zusätzliches Problem ist den Helmholtz-Experten zufolge, dass im Zuge von Energiesparmaßnahmen viele Gebäude besser isoliert wurden – aber damit auch stärker von der Außenluft abgeschirmt. Die Radonkonzentration sei in Deutschland jedoch regional sehr unterschiedlich hoch.
In der Außenluft verdünnt sich das Gas schnell und stellt normalerweise kein Problem dar.