Das BfS rät dazu, gerade die kalte Jahreszeit für eine Radon-Messung zu nutzen. »Wenn die Radon-Werte im Winter niedrig sind, kann man recht sicher sein, dass sie es im Sommer auch sind«, erläutert Bernd Hoffmann, Radon-Experte beim BfS.
Sogenannte passive Radon-Messgeräte sind dem BfS zufolge die einfachste Möglichkeit für eine Radon-Messung. Man stelle sie selbst in der Wohnung auf und schicke sie nach Ende der Messung an den Anbieter zurück, der sie auswerte und das Ergebnis mitteile. Pro Messegerät koste das zwischen 30 und 50 Euro.
Wichtig: Wer viel im Homeoffice arbeitet, sollte neben Wohn- und Schlafzimmer auch den privaten Büroraum in die Messung einbeziehen.
Erste Hinweise, ob das eigene Haus oder die Wohnung von hohen Radon-Konzentrationen betroffen sein könnte, liefern Deutschlandkarten auf den Internetseiten des BfS, in denen sich über eine Orts- oder Postleitzahlensuche nach der eigenen Adresse suchen lässt. »Aussagen zu Einzelgebäuden sind aus den Prognose-Karten niemals ableitbar. Sie können nur durch Messungen im jeweiligen Gebäude getroffen werden«, heißt es dazu aber.
Radon-Zerfallsprodukte lagern sich in der Lunge ab und verursachen durch Alpha-Strahlung Zellschäden, was das Gas zur zweithäufigsten Lungenkrebsursache nach dem Rauchen macht. Je 100 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) Raumluft steigt das relative Risiko dem Lungeninformationsdienst zufolge um geschätzt etwa 16 Prozent. »Je höher die Radonkonzentration in der Raumluft ist, und je länger wir uns dort aufhalten, desto höher wird das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.« Bis zum tatsächlichen Ausbruch der Krankheit vergingen dabei oft Jahrzehnte. Aufgrund einer starken Wechselwirkung treten die meisten radon-verursachten Lungenkrebsfälle bei Rauchern auf.
In der EU sterben dem BfS zufolge jährlich etwa 20.000 Menschen an Radon-bedingtem Lungenkrebs, in Deutschland rund 2.800. Akute gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Asthma verursacht Radon nicht.