Gegen ein (gut durchgebratenes) Lachsfilet ist in der Schwangerschaft nichts einzuwenden. / © Getty Images/hxyume
Fisch und Meeresfrüchte sind wertvoller Bestandteil einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung. Allerdings reichert sich in Fischen und auch in Muscheln, Krabben oder Tintenfischen die Quecksilberverbindung Methylquecksilber (MeHg) an. Wie viel des unerwünschten Stoffs im Fisch zu finden ist, hängt auch von der jeweiligen Art sowie der Größe und dem Alter des Tieres ab.
Doch wie gelangt Methylquecksilber überhaupt in den Fisch? Es beginnt mit dem Schwermetall Quecksilber, das etwa durch Vulkanausbrüche oder die Verbrennung von Kohle freigesetzt wird und den Weg in Meere und Binnengewässer findet, wie das BfR erklärt. Dort wandeln Bakterien das Quecksilber in Methylquecksilber um. Das Problem: In dieser Form kann das Quecksilber leicht von anderen Meereslebewesen aufgenommen werden – von Plankton und damit auch von Fischen, die diese Kleinstlebewesen fressen. Diese Fische werden dann von größeren Fischen gefressen, womit im Verlauf der Nahrungskette immer mehr Methylquecksilber zusammenkommt.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten sind für die meisten Menschen dennoch nicht zu erwarten: Der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegte gesundheitsbasierte Richtwert für Methylquecksilber wird bei den meisten Menschen nicht überschritten. Für Schwangere gelten jedoch andere Empfehlungen, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem FAQ-Dokument schreibt. Was eine Frau in der Schwangerschaft isst, kann die Gesundheit des Kindes langfristig beeinflussen. Weil Methylquecksilber auch über die Muttermilch abgegeben werden kann, rät das BfR auch stillenden Müttern zum Verzicht auf entsprechende Fischarten.
»Die Aufnahme von Methylquecksilber lässt sich verringern, indem man zum Beispiel Fischarten mit besonders hohen Gehalten weniger verzehrt«, sagte Professor Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), bereits 2024. Das sei vor allem für Schwangere und Stillende wichtig, da Methylquecksilber wissenschaftlichen Studien zufolge die neurologische Entwicklung beeinträchtigen kann.
Grundsätzlich werden die höchsten Methylquecksilber-Gehalte in großen und älteren Raubfischen gemessen, etwa in Hai, Schwertfisch und Thunfisch. Das Bundesumweltministerium liefert eine Liste mit potenziell höher belasteten Fischen. Verzichten sollten Schwangere und Stillende demnach auf:
In der Regel gering belastet sind laut der Verbraucherzentrale schnellwüchsige Fischarten, die weiter unten der Nahrungskette stehen. Dazu zählen Scholle, Kabeljau und Seelachs.
Neben dem Meiden bestimmter Fischarten sollten Schwangere außerdem rohen und geräucherten Fisch vom Speiseplan streichen. Dieser kann nämlich mit Listerien belastet sein – eine Infektion mit diesen Bakterien kann Fehl- und Frühgeburten zur Folge haben.
Wer nicht schwanger ist und nicht stillt, muss nicht aus Sorge vor der Schwermetallverbindung auf Fisch verzichten. »Für die meisten Menschen ist bei üblichen Verzehrgewohnheiten von Fisch und Meeresfrüchten nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Methylquecksilber zu rechnen«, lautet die Einschätzung des BfR.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, ein- bis zweimal pro Woche Fisch in die Ernährung einzubauen. Fette Seefische wie Lachs liefern Omega-3-Fettsäuren, die für die Herzgesundheit wichtig sind.
Archivartikel, aktualisiert am 21.04.2026