Anders als gegen andere Streptokokken-Arten stehen gegen S. pneumoniae wirksame Impfstoffe zur Verfügung. Sie enthalten bis zu 23 verschiedene Antigene, die sich gegen eine breite Front virulenter Serotypen richten. Die STIKO (Ständige Impfkommission im Robert Koch-Institut) empfiehlt die Impfung für alle Säuglinge bis 24 Monate, Menschen ab 60 Jahren sowie unabhängig vom Alter allen Personen mit Risikofaktoren wie Immundefekten oder chronischen Erkrankungen. Für die Grundimmunisierung bei Kindern sind laut STIKO drei Impfungen erforderlich; bei Senioren reicht je nach verwendetem Impfstoff oft eine Spritze.
Wie die meisten anderen Streptokokken spricht auch S. pneumoniae gut auf eine Penicillin-Behandlung an. Resistenzen kommen in Deutschland bisher selten vor. In anderen europäischen Ländern, etwa Spanien und Frankreich sowie in den USA, werden sie jedoch zunehmend zum Problem. Multiresistente Stämme reagieren oft auch nicht mehr ausreichend auf andere Antibiotika wie Cephalosporine oder Erythromycin. Um nicht weiteren Resistenzentwicklungen Vorschub zu leisten, ist es wichtig, die verordneten Antibiotika genau entsprechend den ärztlichen Anweisungen zu nehmen.
Zur Gruppe der Viridans-Streptokokken gehören mehrere Arten, die ähnlich wie Pneumokokken beim Wachstum auf Blutagar grüne Höfe bilden (lat. viridans: grünend). Die meisten sind Bestandteil des normalen Mund- und Rachen-Mikrobioms. Ihr bekanntester Vertreter ist S. mutans, der Hauptverursacher von Karies. Fast jedes Kind hat schon einmal von ihm gehört: Populär wurde er in den 1950er-Jahren durch die Zahntrolle Karius und Baktus aus dem gleichnamigen Kinderbuch.
Diese Bakterien wandeln den in der Nahrung enthaltenen Zucker in Milchsäure um, die den Zahnschmelz angreift. Außerdem produzieren sie Schleimstoffe, die sich an den Zähnen anheften und einen Biofilm (Plaque) bilden. Das erleichtert nicht nur ihnen selbst, sondern auch anderen säurebildenden Bakterien das Wachstum. Auch bei Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis (Entzündungen des Zahnhalteapparats) spielen sie eine Rolle. Bremsen lässt sich ihre Vermehrung durch regelmäßiges gründliches Zähneputzen und eine möglichst zuckerarme Ernährung.
Nur durch regelmäßiges gründliches Zähneputzen und eine möglichst zuckerarme Ernährung lässt sich die Vermehrung der Bakterien bremse / © Getty Images/Westend61
Gefährlich können Mutans-Streptokokken werden, wenn sie in die Blutbahn gelangen. Das kann zum Beispiel bei einer Zahnoperation passieren. Manchmal schaffen sie es dann, sich an den Herzklappen anzusiedeln – vor allem, wenn diese bereits geschädigt sind. Im Verlauf von mehreren Wochen oder Monaten kann sich daraus eine Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) entwickeln. Sie macht sich meist durch unspezifische, allmählich zunehmende Symptome wie Fieber und Schwächegefühl bemerkbar; beim Abhören fallen dem Arzt Herzgeräusche auf. Bei mehr als der Hälfte der Endokarditis-Patienten sind Viridans-Streptokokken die Ursache der Erkrankung. Wie die meisten Streptokokken lassen auch sie sich durch Penicillin gut bekämpfen.
Ob hinter einer Hals- und Rachenentzündung A-Streptokokken stecken und deshalb möglicherweise eine antibiotische Therapie angezeigt ist, kann ein Schnelltest zeigen. Er funktioniert ähnlich wie die seit der Pandemie bekannten Coronatests. Mit dem enthaltenen sterilen Tupfer streift man in einer drehenden Bewegung über den schmerzenden Rachenbereich und die Mandeln. Zunge, Wangen und Zähne sollten nicht berührt werden. Am besten geht das, wenn man die Zunge nach unten drückt – zum Beispiel mit einem Spatel oder Löffel. Das Stäbchen kommt in die Testlösung, die man anschließend nach Packungsanweisung auf die Testkassette tröpfelt. Ist das Streptokokken-Antigen enthalten, macht eine Antikörperreaktion das in fünf bis zehn Minuten sichtbar. Positiv ist der Test, wenn neben dem Kontrollstreifen ein zweiter Streifen zu erkennen ist.
Bei der Abgabe eines Schnelltests sollten PTA und Apotheker die Kundschaft darauf hinweisen, dass sie im Falle eines positiven Ergebnisses auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen sollte. Dieser wird gegebenenfalls ein Antibiotikum zur Behandlung verschreiben. Wenn der Text trotz sachgemäßer Anwendung negativ bleibt, handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um einen viralen Infekt – dann helfen Antibiotika nicht. Bessern sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage, sollte das Apothekenteam dennoch zu einem Arztbesuch raten.
Menschen ohne Symptome zu testen, macht keinen Sinn: Der Test kann nicht unterscheiden, ob es sich bei eventuell nachgewiesenen A-Streptokokken um Krankheitserreger oder harmlose Schleimhautbesiedler handelt.