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FAQ
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Bei Vaginalmykose richtig beraten

Jede zweite bis dritte Frau leidet mindestens einmal im Leben an einer Vaginalmykose. Bei entsprechenden Beschwerden ist die Apotheke meist erste Anlaufstelle. Welche Fragen müssen PTA und Apotheker dann klären? Gynäkologe Professor Dr. Werner Mendling und Apothekerin Kirsten Hien erläuterten Anfang Juli bei einem Pressegespräch der Firma Dr. Kade, worauf es bei der Beratung zu weiblichen Intimbeschwerden ankommt.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 03.08.2023  08:45 Uhr

Was ist besser: Creme, Tabletten, Ovula?

Überlegene Therapieerfolge erziele man, wenn Vagina und Vulva kombiniert behandelt werden, so Hien – also Vaginaltabletten oder -ovula plus Vaginalcreme. Die Apothekerin empfiehlt bevorzugt eine Drei-Tage-Kombitherapie mit 2-prozentiger Creme (wie KadeFungin® 3 mit 3x200 mg Clotrimazol Tabletten, Vagisan® Myko Kombi 3 Tage mit Vaginalzäpfchen). Bei einer Ein-Tages-Therapie (zum Beispiel Vagisan® Myko Kombi, Canesten® Gyn Once) ist die Vaginaltablette mit 500 mg Clotrimazol höher dosiert als bei der Drei-Tages-Therapie. »Was den meisten Frauen aber nicht klar ist: Die Creme ist niedriger dosiert und muss für ein bis zwei Wochen angewendet werden«, so die Apothekerin.

Die Vaginaltabletten sollten abends vor dem Schlafengehen, idealerweise in Rückenlage, eingeführt werden, die Creme wird dreimal täglich auf Vulva, Damm und die Analregion aufgetragen. »Während der Menstruation sollten die Tabletten nicht angewendet werden, dann wird zu viel Wirkstoff wieder herausgespült«, so die Apothekerin. Zum Kontakt mit Latexkondomen sollte man mindestens 48 Stunden Abstand halten, ebenso zu anderen vaginalen Zubereitungen.

Bei der festen Darreichungsform könne man bei der Wahl des Präparats auch auf die Vorlieben der Kundin eingehen: Bei Ovula entsteht häufig ein fettiger Rückfluss. Die Tabletten lösten sich in der Regel gut auf – die Kadefungin-Vaginaltabletten etwa enthalten einen schäumenden Brausesatz, der den Zerfall in wenig Flüssigkeit fördere. Bei Scheidentrockenheit allerdings könne die vorhandene Scheidenflüssigkeit eventuell nicht zum Auflösen ausreichen.

Was ist bei schwangeren Patientinnen zu beachten?

Schwangere gehören bei Verdacht auf Scheidenpilz grundsätzlich in die Hände des Frauenarztes. Sie werden in der Regel aber auch mit Clotrimazol behandelt. »Clotrimazol ist in der Schwangerschaft signifikant besser wirksam als Nystatin«, sagte Mendling. Laut aktueller Leitlinie sollten Schwangere insbesondere im ersten Trimenon mit lokalem Clotrimazol behandelt werden, um das Risiko für fetale Fehlbildungen und einen Frühabort zu vermeiden. Hien wies darauf hin, dass Schwangere Vaginaltabletten immer mit der Hand, nicht mit beigefügten Applikatoren einführen sollten.

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