Für die Beratung in der Apotheke sind Hinweise zur Kühlkette und die Verabreichung wichtig (siehe Kasten). Ein weiteres mögliches Thema, das PTA bei Patienten ansprechen können, sind Impfungen. Diese sollten unter Biologika-Therapie nach dem Prinzip »so viel Schutz wie möglich, so wenig Risiko wie nötig« geplant werden.
Standardimpfungen werden möglichst vor Therapiebeginn komplettiert. Tot‑, Konjugat‑ und mRNA‑Impfstoffe können oft unter Biologika-Therapie gegeben werden. Die Immunantwort kann abgeschwächt sein, ein Impfversuch wird häufig dennoch empfohlen. Die Gabe von Lebendimpfstoffen muss sorgfältig geplant werden, wenn diese nach Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich ist. Neben dem spezifischen Biologikum sind bei der Impfentscheidung auch Faktoren wie die Begleitmedikation (etwa Glucocorticoide, andere DMARD), geplante Reisen oder besondere Risiken zu berücksichtigen.
Biologika stehen insgesamt exemplarisch für eine zunehmend individualisierte, zielgerichtete Pharmakotherapie. Ihr klinischer Nutzen ist unbestritten. Eine Herausforderung für das Gesundheitssystem ist der hohe Preis. Das Apothekenteam unterstützt Patienten durch qualifizierte Beratung und Sicherstellung der korrekten Lagerung und Anwendung. Es sensibilisiert auch für Nebenwirkungen und Infektionsrisiken und unterstützt bei Fragen zu Therapietreue.
Schon in der Lagerung unterscheiden sich Biologika von den meisten anderen Arzneimitteln. Wichtig ist daher in der Apotheke der Hinweis, dass die Präparate meist bei 2 bis 8 °C aufbewahrt werden müssen, ohne zu gefrieren. Sie gehören nicht in die Kühlschranktür und müssen vor Hitze sowie Licht geschützt werden. Für den Transport empfiehlt sich eine Kühltasche, wobei Kühlakkus nicht direkt am Pen oder der Spritze anliegen dürfen. Im Alltag lagern Patienten die Medikamente kindersicher getrennt von Lebensmitteln und entsorgen Nadeln in stichfesten Behältern.
Vor der Injektion nehmen Patienten das Biologikum aus dem Kühlschrank, lassen es auf Raumtemperatur erwärmen, schütteln es nicht und prüfen es optisch auf Partikel oder Verfärbungen. Die subkutane Injektion erfolgt in gesunde Haut am Bauch oder Oberschenkel, mit Rotation der Einstichstellen und ohne Injektion in entzündete oder geschädigte Haut. Bei Bedarf kann die PTA die Packungsbeilage mit dem Patienten durchgehen und die Applikation gegebenenfalls mithilfe eines Demo-Pens erklären.
Häufige lokale Reaktionen wie Rötung, leichte Schmerzen oder kleine Hämatome sind meist harmlos und lassen sich durch Kühlen lindern. Die PTA kann jedoch Warnzeichen wie Fieber, schwere Infekte, starke Atemnot, ausgedehnten Ausschlag oder Schwellungen im Gesicht und Hals betonen, bei denen der Patient sofort einen Arzt oder den Notdienst aufsuchen muss und keine weitere Injektion durchführen sollte.
Auch ein Hinweis auf das erhöhte Infektionsrisiko ist ratsam und die PTA kann zu regelmäßigen Kontrollen wie Labortests und Verlaufsgesprächen motivieren. Wichtig ist die regelmäßige Anwendung nach Schema ohne Eigenkorrekturen bei Dosis oder Intervall. Bei versäumter Dosis sollte der Patient mit der Praxis Kontakt aufnehmen und nicht eigeninitiativ eine doppelte Dosis nehmen.