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Keine einfache Therapie
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Bisphosphonate im Beratungsgespräch

Bisphosphonate gehören zu den erklärungsbedürftigen Arzneimitteln. Typische Beratungsthemen sind die richtige Einnahme, Wechselwirkungen und die Vorbeugung von Nebenwirkungen.
AutorKontaktVerena Schmidt
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 09.10.2026  16:00 Uhr

Bisphosphonate sind vor allem als zentraler Baustein der Osteoporosetherapie bekannt. Sie hemmen die Osteoklastenaktivität und vermindern dadurch die Knochenresorption. Das trägt dazu bei, Knochenmasse und -festigkeit zu erhalten sowie das Frakturrisiko zu senken. Als Folge wird außerdem die Calciumfreisetzung aus den Knochen reduziert.

Neben Osteoporose werden die Arzneistoffe bei Morbus Paget, einer Skeletterkrankung mit gesteigertem, unorganisiertem Knochenumbau, eingesetzt. Darüber hinaus kommen sie im Rahmen der Krebstherapie zum Einsatz, zum Beispiel um skelettbezogene Komplikationen bei Knochenmetastasen oder Multiplem Myelom zu vermeiden, aber auch bei tumorinduzierter Hypercalcämie. Bei postmenopausalen Frauen mit frühem hormonrezeptorpositivem Brustkrebs werden die Arzneistoffe auch im Rahmen einer adjuvanten Therapie verwendet, um Knochenmetastasen vorzubeugen und die Prognose zu verbessern.

Bisphosphonate sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich und können etwa oral oder intravenös gegeben werden. Typische Vertreter der Wirkstoffklasse sind

  • Alendronsäure (oral)
  • Clodronsäure (oral)
  • Ibandronsäure (oral/intravenös)
  • Pamidronsäure (intravenös)
  • Risedronsäure (oral)
  • Zoledronsäure (intravenös)

Vor allem die orale Einnahme ist beratungsintensiv:

  • Patienten nehmen die Tablette – je nach Präparat und Indikation – täglich, wöchentlich oder monatlich.
  • Die Einnahme erfolgt in der Regel morgens nüchtern und mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück in aufrechter Position mit einem vollen Glas Leitungswasser beziehungsweise mineralstoffarmem Wasser (meist mindestens 200 bis 250 ml).
  • Danach sollen Patienten 30 Minuten, bei Ibandronsäure sogar 60 Minuten, aufrecht sitzen oder stehen bleiben und sich nicht wieder hinlegen.
  • Die Tabletten müssen als Ganzes heruntergeschluckt werden und dürfen weder zerdrückt, gekaut noch gelutscht werden.

Gut zu wissen: Für bestimmte Präparate, zum Beispiel magensaftresistent formuliertes Risedronat (wie Actonel® einmal wöchentlich 35 mg magensaftresistente Tabletten), können abweichende Einnahmevorschriften gelten.

Die Vorgaben zur Einnahme in aufrechter Haltung sollen verhindern, dass die Speiseröhre gereizt wird, sich entzündet (Ösophagitis) oder das Gewebe Schaden nimmt – mögliche Folgen einer falschen Einnahme. PTA und Apotheker sollten Patienten raten, bei Anzeichen einer Speiseröhrenreizung wie Schluckbeschwerden, neu auftretendem Sodbrennen oder Schmerzen hinter dem Brustbein einen Arzt aufzusuchen.

Vor und während der Therapie ist es wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D zu achten und eine bestehende Hypocalcämie vor Therapiebeginn auszugleichen.

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