| Barbara Döring |
| 03.02.2026 10:00 Uhr |
Für den Aufenthalt in einer Rehaklinik ist vorab ein Antrag beim Reha-Leistungsträger zu stellen. Der Hausarzt sollte dafür die medizinische Erfordernis begründen und Ziele der Reha formulieren. In der Regel dauert es bis zur Bewilligung drei Wochen, bis zum Rehabeginn dann drei bis acht Wochen.
Noch haben viele Vorbehalte, wegen eines Burn-outs in eine Klinik oder Rehaklinik zu gehen. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Situation oft nur zu bewältigen ist, wenn Betroffene aus dem Alltag und dem Arbeitsfluss herauskommen. In einer Klinik kommt der Mensch erst einmal zu sich und erfährt, welche Dinge, wie Musik, Sport, Achtsamkeitsübungen, ihm guttun. »In der Klinik sind die Patienten umsorgt, können sich fallen lassen und müssen sich nicht um die Dinge des Alltags kümmern«, sagt Owezarek. »Nach zwei bis drei Wochen sind sie meist angekommen und die Erholung setzt ein.«
Nicht immer führt permanenter Stress in ein Burn-out. Manche Menschen hetzen von einer Aufgabe zur nächsten und befinden sich permanent am Limit ihrer Leistungsfähigkeit, ohne dass sie zusammenbrechen. Dennoch leiden sie unter der Situation, bekommen körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen und können sich nicht mehr entspannen. Experten sprechen dann von einem »Burn on«. Es ist wie Burn-out keine anerkannte Krankheit. Dennoch sollte rechtzeitig gegengesteuert werden, zum Beispiel mit Entspannungsverfahren, damit der Dauerstress nicht in einer Erschöpfungsdepression endet.
Bei der Therapie des Burn-outs geht es darum, erst einmal zu erkennen, was den Stress verursacht, und Wege zu finden, die Situation zu bewältigen. Dabei sind alle Maßnahmen geeignet, die helfen, Stress abzubauen. Sport ist dafür ein gutes Beispiel. »Wichtig ist, das Training auch wirklich zum Stressabbau zu nutzen und nicht ein neues Leistungsgebiet damit aufzumachen«, sagt Owezarek.
Resilienzübungen helfen zudem, ein Bewusstsein für das eigene Energielevel zu finden. Das Smartphone liefere hier einen sehr guten Vergleich: Die meisten hätten ein sehr gutes Bewusstsein dafür, wie es um das Energielevel des Akkus steht und würden es rechtzeitig ans Ladekabel hängen, bevor es runterfährt. Genauso müssten Patienten lernen, ein Gefühl für die eigenen Energiereserven zu bekommen. Wer außerdem weiß, was ihm Energie raubt, kann solche Situationen besser verhindern. Wichtig sei außerdem, für sich selbst herauszufinden, was einem im Leben guttut und was Kraft und Energie gibt.