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Krank ohne Krankheit als Indiz
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Das bedeuten vorgetäuschte Krankheiten

Wechselnde Symptome, häufige Arztwechsel, vorgetäuschte Beschwerden: Dahinter kann eine artifizielle Störung stecken. Was man über die psychische Erkrankung wissen sollte.
AutorKontaktdpa
Datum 01.05.2026  14:00 Uhr

Wenn Beschwerden nicht zusammenpassen

Eine artifizielle Störung kann viele Gesichter haben. Oft ergibt sich ein Verdacht laut Häfner erst aus vielen kleinen Auffälligkeiten:

  • Beschwerden werden oft ausführlich geschildert, lassen sich medizinisch aber nicht erklären.
  • Häufig passen Symptome nicht zusammen: Sie können plötzlich auftauchen und genauso unerwartet
    wieder verschwinden.
  • Auch ein häufiger Arztwechsel, insbesondere bei Zweifeln an den Schilderungen, könne ein Hinweis sein. Das ist mit ein Grund, warum die Erkrankung schwer zu erkennen und zu behandeln ist.
  • Häufig besteht bei Erkrankten auch kein Interesse an einer wirklichen Heilung oder richtigen Behandlung. Dabei brauchen Erkrankte laut Häfner dingend Hilfe und eine fachliche, therapeutische Begleitung.

Voraussetzung für Hilfe

Um Hilfe annehmen zu können, müssten Erkrankte aber erst erkennen, dass hinter den Beschwerden ein psychisches Problem steckt. »Erst wenn Betroffene ihr Verhalten zumindest ansatzweise erkennen, kann sich etwas verändern«, erklärt Häfner.

Nur dann bestehe die Chance zugrunde liegende Belastungen therapeutisch aufzuarbeiten. Als hilfreich gelten dafür etwa eine kognitive Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Ansätze. Ziel sei es laut Häfner, einen anderen Umgang mit dem Bedürfnis nach Nähe zu finden.

Was Angehörige tun können

Wer in seinem Umfeld eine artifizielle Störung vermutet, braucht Geduld. Denn Erkrankte können dazu neigen, bei Zweifeln an ihren Krankheitsgeschichten den Kontakt abzubrechen.

»Angehörige sollten anhand von konkreten Beobachtungen das Thema vorsichtig — gegebenenfalls auch mehrfach — ansprechen«, rät Facharzt Steffen Häfner. Dabei nicht wertend oder mit Vorwürfen reagieren, »sondern empathisch und verständnisvoll.« Da jeder Fall anders ist, spricht man das genaue Vorgehen am besten mit einem Arzt oder Psychotherapeuten ab.

Gemeinsam Hilfe suchen

Häfner rät dazu: Gemeinsam einen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie zu vereinbaren, um Verbindlichkeit herzustellen. Alternativ könne man sich auch an die psychosomatische Ambulanz eines Krankenhauses wenden. Wichtig sei, dass man sicherstellt, dass der Termin auch wahrgenommen wird.

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