Sind Fertigarzneimittel nicht lieferbar, können Apotheken durch die Rezepturherstellung Abhilfe schaffen, sofern die Ausgangsstoffe noch erhältlich sind. / © Getty Images/Morsa Images
Die Europäische Direktion für die Qualität von Arzneimitteln und Gesundheitsversorgung (EDQM) hat die neue Datenbank European Drug Shortages Formulary (EDSForm) gelauncht – darauf weist das DAC/NRF in einem Rezepturtipp hin.
Die Datenbank soll Monographien zu Rezepturarzneimitteln sammeln, die als Alternative bei Lieferengpässen infrage kommen: »Diese pharmazeutischen Zubereitungen wurden ausgewählt, um als potenzielle Ersatzprodukte für anderweitig vorübergehend nicht verfügbare zugelassene Produkte und bei Fehlen klinischer Alternativen zu dienen«, heißt es in den allgemeinen Hinweisen von EDSForm.
Zum Start enthält die Datenbank zunächst eine veröffentlichte Monographie: Amoxicillin-Kapseln 125 mg, 250 mg und 500 mg – weitere sollen folgen. Neben der Zusammensetzung, Zubereitung mit Inprozessprüfungen und Packmittelangaben sind auch konkrete Stabilitätsdaten und Haltbarkeiten enthalten. Die Texte gibt es auf Englisch und Französisch. Nach einmaliger Registrierung ist die Datenbank frei zugänglich.
Das Projekt wurde vom Europäischen Komitee für Arzneimittel und pharmazeutische Versorgung (CD-P-PH) und der Europäischen Arzneibuchkommission initiiert. Eine internationale Gruppe von Expertinnen und Experten, der auch das DAC/NRF angehört, entwickelt und prüft standardisierte Formulierungen, damit Apotheken diese bei Lieferengpässen sicher und wirksam herstellen können.