PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Infektionskrankheit
-
Die wichtigsten Antworten zu Masern

Die Masern könnten bei einer entsprechenden Durchimpfung der Bevölkerung bereits ausgerottet sein – sind es aber nicht. Dabei verläuft gerade diese Infektionskrankheit mitunter so schwerwiegend, dass Betroffene dauerhaft massiv geschädigt sind oder gar versterben.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 08.01.2024  08:30 Uhr

Wie kann die Krankheit behandelt werden?

Es gibt keine spezifische Therapie gegen Masern. Die Behandlung besteht darin, die Symptome zu lindern und Komplikationen vorzubeugen. Bei Fieber kann das Apothekenteam Paracetamol oder Ibuprofen für Kinder empfehlen. Bei bakteriellen Sekundärinfektionen kann ein Antibiotikum erforderlich sein. Personen ohne Immunität gegen Masern können innerhalb von 72 Stunden nach der Exposition den Masernimpfstoff verabreicht bekommen, um die weitere Verbreitung einzudämmen (Riegelimpfung). Wenn die Erkrankung dennoch ausbricht, sind die Symptome meist milder und die Krankheitsdauer ist verkürzt. Schwangere Frauen, die nicht immun gegen Masern sind, und schwer immundefiziente Menschen können Immunserumglobulin injiziert bekommen. Wenn diese Antikörper innerhalb von sechs Tagen nach dem Viruskontakt verabreicht werden, können sie Masern verhindern oder zumindest die Symptome lindern.

Was sind Risiken/Folgen einer Maserninfektion?

Masern schwächen vorübergehend die Immunabwehr, sodass andere Krankheitserreger leichter angreifen können. Diese Erreger können verschiedene, teils schwerwiegende Komplikationen hervorrufen. Das Risiko ist bei Kindern unter fünf Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren erhöht. Eine der häufigsten Komplikationen bei Masern ist eine bakterielle Ohrenentzündung. Durchfall und Erbrechen können dazu führen, dass der Körper viel Wasser verliert (Dehydrierung). Masern können zu Entzündungen der Atemwege wie einer Bronchitis, Laryngitis oder Pneumonie führen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem können eine besonders gefährliche Form der Lungenentzündung entwickeln, die tödlich verlaufen kann.

Etwa bei einem von 1000 Erkrankten tritt eine Masern-Meningoenzephalitis auf. In bis zu 20 Prozent der Fälle verläuft diese tödlich. Bei bis zu 30 Prozent bleiben Hirnschäden mit Folgen wie einer lebenslangen geistigen Behinderung oder Lähmungen zurück. Als Spätfolge kann die subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine besonders schwere und tödlich verlaufende Entzündung des Gehirns, entstehen. Sie betrifft durchschnittlich vier bis elf Patienten pro 100.000 Masernerkrankungen und entwickelt sich sechs bis acht Jahre nach der Infektion. Kinder, die im ersten Lebensjahr an Masern erkranken, haben ein erhöhtes Risiko. Besonders gefährlich sind Masern für Schwangere. Die Krankheit kann Frühgeburten, niedriges Geburtsgewicht und sogar den Tod des Fetus verursachen.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa