| Inka R. Stonjek |
| 15.11.2022 08:30 Uhr |
Gewürze wie Zimt, Ingwer oder Kardamom haben sich im Laufe der Jahrhunderte nicht ohne Grund zu typischen Zutaten der kalten Jahreszeit gemausert. Sie steigern die Durchblutung und wärmen auf diese Weise von innen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Gewürzen, die Speisen bekömmlicher machen und die Verdauung fördern. Nicht ohne Grund wird Weißkohl oder Sauerkraut seit Jahrhunderten mit Kümmel serviert. Seine ätherischen Öle, vor allem das Carvon, besitzen eine karminative Wirkung. Das Mittel gegen Blähungen kommt also gleich mit auf den Tisch. Der Effekt beruht darauf, dass es den Darm entkrampft, seine Durchblutung steigert und sich positiv auf eine mögliche Fehlbesiedelung auswirkt. Kümmel kann auch als Tee Wunder wirken: Dafür drei Mal am Tag einen halben Teelöffel zerstoßene Kümmelsamen mit kochendem Wasser übergießen, zehn bis 15 Minuten ziehen lassen und so heiß wie möglich trinken. Ähnlich wirken Anis und Fenchel.
Um Geschmack und Wirkung von Gewürzen und Kräutern optimal zur Geltung zu bringen, ist die richtige Verwendung entscheidend. Gewürze wie Kümmel, Nelken und Wacholderbeeren geben ihr volles Aroma erst nach einer längeren Kochzeit an die Speise ab. Hitzeempfindlich sind dagegen Safran, Muskatnuss, Paprika und Pfeffer. Auch frische Kräuter sind empfindlich und büßen beim Erhitzen einen Großteil ihrer Vitamine und Aromen ein. Sie sollten daher nicht lange mitgekocht, sondern erst gegen Ende der Garzeit in den Topf gegeben oder sogar nur frisch übers Essen gestreut werden. Frische Kräuter lassen sich auch nicht wie Gemüse mit einer Bürste gründlich sauer schrubben, sondern sollten nur unter kaltem Wasser vorsichtig abgespült werden. Umso besser, wenn sie biologisch, ohne Einsatz von Spritzmitteln angebaut wurden. Beim Kauf von frischen Kräutern sollte man deshalb auf das Bio-Siegel oder das eines Anbauverbandes achten. Wer Kräuter im Topf kauft, kann sie auf der Fensterbank oder im Garten weiterwachsen lassen und hat länger etwas davon. Oder man zieht die Kräuter aus Samen direkt selbst heran.