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Kräuter und Gewürze
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Eine Prise Wohlbefinden

Hessischer Handkäs kommt nicht ohne Kümmel aus, eine Saltimbocca lebt allein vom Salbei. Kräuter und Gewürze verleihen Speisen eine besondere Note und machen sie aromatisch und bekömmlich. Ihre zahlreichen Inhaltsstoffe sorgen zudem für gesundheitliches Wohlbefinden.
AutorInka R. Stonjek
Datum 15.11.2022  08:30 Uhr

Sekundäre Pflanzenstoffe

Ätherische Öle sind nur eine Untergruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Kräuter und Gewürze haben davon noch viel mehr zu bieten. Etwa 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe sind derzeit bekannt. Fünf bis zehn Prozent davon – ungefähr 1,5 Gramm am Tag – nimmt der Mensch täglich mit einer normalen Mischkost auf. Bei vegetarischer Ernährung sogar mehr. Ihre potenziellen gesundheitsfördernden Eigenschaften sind beinahe so vielfältig wie die Stoffgruppe selbst, denn sie sind meist in mehrfacher Hinsicht wirksam. Zu den wichtigsten Pflanzenstoff-Gruppen in Kräutern und Gewürzen zählen:

  • Carotinoide, deren Vertreter Capsanthin zum Beispiel Paprikapulver färbt. Carotinoide wirken immunmodulierend, gegen Entzündungen und können Schäden durch freie Radikale begrenzen.
  • Flavonoide, deren Vertreter Quercetin zum Beispiel im Liebstöckel enthalten ist. Viele Flavonoide wirken antibiotisch, antithrombotisch und blutdrucksenkend.
  • Phytoöstrogene, die im Körper hormonähnliche Wirkungen entfalten, wie etwa im Rotklee.
  • Senfölglykoside (Glucosinolate), die zum Beispiel der Kapuzinerkresse ihren scharfen Geschmack verleiht. Sie binden freie Radikale und stimulieren das Immunsystem.
  • Sulfide sind schwefelhaltige Verbindungen, die für den charakteristischen Geruch von Zwiebelgewächsen wie Schnittlauch und Knoblauch verantwortlich sind. Sie wirken antibiotisch, antioxidativ und senken Blutdruck und Cholesterol.
  • Bitterstoffe, die zum Beispiel Löwenzahn, Schafgarbe oder Wermut ihren bitteren Geschmack verleihen. Sie fördern die Magensaft- und Galleproduktion und die Darmperistaltik und regen so die Verdauung an.
  • Gerbstoffe zählen zu den Polyphenolen, die zum Beispiel der Kamille und der Schafgarbe ihre beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt verleihen.
  • Saponine, die zum Beispiel Thymian zu einem guten Schleimlöser machen und antibiotisch wirken.

Wichtig zu wissen: Kräuter und Gewürze dienen der Zubereitung von Speisen und haben in vielen Fällen eine wohltuende Wirkung. Dennoch schwankt der Gehalt an Inhaltsstoffen zu stark, um sich auf eine spezifische Wirksamkeit zu verlassen. Um Krankheiten und Beschwerden zu lindern, sind geprüfte Arzneimittel erforderlich. Heilkräuter aus der Apotheke entsprechen in ihrer pharmazeutischen Qualität den Vorgaben des deutschen Arzneimittelbuchs und werden fachgerecht gelagert. Sie sind entweder als traditionelles Arzneimittel aufgrund langjähriger Erfahrung oder als pflanzliches Arzneimittel für bestimmte Anwendungsgebiete zugelassen. Die Anwendungsempfehlungen stützen sich auf die Monographien der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) sowie auf die Monographien des Europäischen Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (Committee on Herbal Medicinal Products, HMPC). /

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