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Prävention von Rezidiven
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Harnwegsinfektionen nach der Menopause

In der Postmenopause begünstigen verschiedene Faktoren das Auftreten von Blasenentzündungen. Besonders rezidivierende Infekte belasten Frauen. Was die aktuelle Leitlinie empfiehlt.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 12.02.2026  11:00 Uhr
Harnwegsinfektionen nach der Menopause

Der nach der Menopause stark erniedrigte Estrogenspiegel wirkt sich unter anderem auf den Urogenitaltrakt aus. Oftmals kommt es zu einer vulvovaginalen Atrophie: Die Schleimhäute werden dünner, trockener und büßen an Elastizität ein. Bemerkbar macht sich dies unter anderem durch Scheidentrockenheit, Brennen, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Mit der vaginalen Atrophie ändert sich auch die Vaginalflora: Es finden sich weniger Lactobazillen und der pH-Wert steigt auf über 5 an. Das fördert die Besiedlung mit Enterobakterien und Anaerobiern – potenziellen Uropathogenen. Die Dysbiose begünstigt damit das Auftreten von Harnwegsinfektionen, lautet auch die Erklärung in der aktuellen S3-Leitlinie zu unkomplizierten Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen (2024). Ein Zusammenhang bestehe außerdem mit steigendem Alter.

In der Postmenopause ist auch die Rate an rezidivierenden Blasenentzündungen erhöht. Die Autoren und Autorinnen der Leitlinie führen dies neben potenziell komplizierenden Faktoren wie Harninkontinenz, Blasensenkung (Zystozele) und erhöhtem Restharn nach Miktion ebenfalls auf die Dysbiose zurück.

Gut zu wissen: Um darauf aufmerksam zu machen, dass wechseljahresbedingte Beschwerden den gesamten Urogenitalbereich sowie die Sexualität umfassen, wurde 2014 der Begriff »Urogenitales Menopausensyndrom« (UGMS) oder Englisch »Genitourinary Syndrome of Menopause« (GSM) geprägt. Neben rezidivierenden Harnwegsinfektionen können beispielsweise Symptome wie Belastungs- und Dranginkontinenz, Dysurie oder erhöhter Harndrang auftreten.

Diagnose durch Anamnese

Die Diagnosestellung unterscheidet sich bei postmenopausalen Frauen nicht von der in der Prämenopause: Die Ärztin oder der Arzt nimmt an, dass eine unkomplizierte Zystitis vorliegt, wenn

  • keine Risikofaktoren für eine komplizierte Infektion bekannt sind, zum Beispiel anatomische Veränderungen, Immundefizienz oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus,
  • typische Symptome auftreten, zum Beispiel Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger und imperativer Harndrang,
  • keine vaginalen Beschwerden wie veränderter Ausfluss bestehen,
  • kein Fieber und kein Flankenschmerz vorhanden sind.

In der Regel wird der Urin zusätzlich mittels Teststreifen untersucht.

Eine rezidivierende Infektion liegt definitionsgemäß vor, wenn zwei oder mehr symptomatische Harnwegsinfekte innerhalb von sechs Monaten oder drei oder mehr Episoden innerhalb von 12 Monaten auftreten. Bei einem entsprechenden Verdacht soll zusätzlich eine Urinkultur angelegt und eine Sonografie durchgeführt werden.

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