| Juliane Brüggen |
| 12.02.2026 11:00 Uhr |
Harnwegsinfektionen können aufgrund der Beschwerden sehr belastend sein, vor allem, wenn sie immer wiederkehren. / © Getty Images/Westend61
Der nach der Menopause stark erniedrigte Estrogenspiegel wirkt sich unter anderem auf den Urogenitaltrakt aus. Oftmals kommt es zu einer vulvovaginalen Atrophie: Die Schleimhäute werden dünner, trockener und büßen an Elastizität ein. Bemerkbar macht sich dies unter anderem durch Scheidentrockenheit, Brennen, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Mit der vaginalen Atrophie ändert sich auch die Vaginalflora: Es finden sich weniger Lactobazillen und der pH-Wert steigt auf über 5 an. Das fördert die Besiedlung mit Enterobakterien und Anaerobiern – potenziellen Uropathogenen. Die Dysbiose begünstigt damit das Auftreten von Harnwegsinfektionen, lautet auch die Erklärung in der aktuellen S3-Leitlinie zu unkomplizierten Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen (2024). Ein Zusammenhang bestehe außerdem mit steigendem Alter.
In der Postmenopause ist auch die Rate an rezidivierenden Blasenentzündungen erhöht. Die Autoren und Autorinnen der Leitlinie führen dies neben potenziell komplizierenden Faktoren wie Harninkontinenz, Blasensenkung (Zystozele) und erhöhtem Restharn nach Miktion ebenfalls auf die Dysbiose zurück.
Gut zu wissen: Um darauf aufmerksam zu machen, dass wechseljahresbedingte Beschwerden den gesamten Urogenitalbereich sowie die Sexualität umfassen, wurde 2014 der Begriff »Urogenitales Menopausensyndrom« (UGMS) oder Englisch »Genitourinary Syndrome of Menopause« (GSM) geprägt. Neben rezidivierenden Harnwegsinfektionen können beispielsweise Symptome wie Belastungs- und Dranginkontinenz, Dysurie oder erhöhter Harndrang auftreten.
Die Diagnosestellung unterscheidet sich bei postmenopausalen Frauen nicht von der in der Prämenopause: Die Ärztin oder der Arzt nimmt an, dass eine unkomplizierte Zystitis vorliegt, wenn
In der Regel wird der Urin zusätzlich mittels Teststreifen untersucht.
Eine rezidivierende Infektion liegt definitionsgemäß vor, wenn zwei oder mehr symptomatische Harnwegsinfekte innerhalb von sechs Monaten oder drei oder mehr Episoden innerhalb von 12 Monaten auftreten. Bei einem entsprechenden Verdacht soll zusätzlich eine Urinkultur angelegt und eine Sonografie durchgeführt werden.
Zu den allgemeinen Risikofaktoren gehören der Leitlinie zufolge: