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Prävention von Rezidiven
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Harnwegsinfektionen nach der Menopause

In der Postmenopause begünstigen verschiedene Faktoren das Auftreten von Blasenentzündungen. Besonders rezidivierende Infekte belasten Frauen. Was die aktuelle Leitlinie empfiehlt.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 12.02.2026  11:00 Uhr

Wie vorbeugen?

Für postmenopausale Frauen gelten zur Prävention von rezidivierenden Infekten prinzipiell die gleichen Strategien wie prämenopausal – mit einem Unterschied: Es besteht die Möglichkeit, den Estrogenmangel lokal auszugleichen und damit der Besiedlung mit Uropathogenen sowie der pH-Wert-Verschiebung entgegenzuwirken. Laut Leitlinie werden 0,5 mg Estriol 2- bis 3-mal wöchentlich empfohlen. Präparatebeispiele sind Oekolp® forte Ovula, Estriol Wolff® Vaginalcreme oder Ovestin® Ovula. Entsprechende Zubereitungen werden intravaginal appliziert – zu Beginn für einige Tage bis Wochen einmal täglich, dann zweimal pro Woche.

Es empfiehlt sich, die Ovula oder die Vaginalcreme abends vor dem Schlafengehen anzuwenden und nicht unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr. Eine eindeutige Empfehlung, wie viel zeitlicher Abstand zum Geschlechtsverkehr gelassen werden sollte, gibt es in den Produkt- und Fachinformationen nicht. Auf Anfrage von PTA-Forum nennt Hersteller Besins Healthcare Germany für die Oekolp-Produkte ein mehrstündiges Intervall als ausreichend, um einen Transfer auf den Mann zu verhindern, und weist außerdem darauf hin, dass die Übertragung geringer Mengen Estriol für den Mann keine nachteiligen Auswirkungen hätte. Das Fachreferat der Firma Dr. August Wolff (Estriol Wolff Vaginalcreme) kommt zu dem Schluss, dass bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr 24 Stunden als sicherer Abstand gelten können. Zu beachten ist grundsätzlich, dass Vaginalcremes und -ovula die Sicherheit von latexhaltigen Kondomen beeinträchtigen können.

Als mögliche Nebenwirkungen werden in der Leitlinie vor allem lokale Reizungen oder leichte Blutungen genannt. Noch nicht ausreichend erforscht sei, wie lange die Behandlung andauern sollte und wie die lokale Estrogenbehandlung im Vergleich oder in Kombination mit der längerfristigen Einnahme von Antibiotika zu beurteilen ist. Eine orale Hormonsubstitution ist übrigens Studien zufolge nicht zur Rezidivprophylaxe wirksam.

Weitere Präventionsmaßnahmen

In der Leitlinie werden verschiedene Maßnahmen zur Prävention vorgestellt und beurteilt. Bei den nicht-antibiotischen und verhaltensbezogenen Maßnahmen ist die Evidenz oftmals heterogen. Dennoch sollten diese – bei geringem Schadenspotenzial – zunächst ausgeschöpft werden, bevor eine antibiotische Langzeitprävention beziehungsweise postkoitale Prävention zum Einsatz kommt.

Zu den möglichen verhaltensbezogenen Strategien gehören zum Beispiel:

  • Trinkmenge auf 2,5 Liter pro Tag erhöhen, sofern keine Begleiterkrankungen dagegensprechen
  • Den Harn nicht habituell einhalten und regelmäßig auf Toilette gehen sowie direkt nach dem Geschlechtsverkehr
  • Regelmäßig bewegen und langes Sitzen (> 2 Stunden) vermeiden
  • Unterkühlung vermeiden
  • Keine übertriebene Intimhygiene, atmungsaktive Unterwäsche tragen, Verhütung mit Diaphragmen und Spermiziden vermeiden
  • Regelmäßig Fruchtsäfte mit Beeren sowie mit probiotischen Bakterien fermentierte Milchprodukte verzehren (dadurch niedrigere Infektionsrate in einer Studie)

Empfohlene empirische nicht-antibiotische Optionen zur Prophylaxe sind laut Leitlinie: Cranberries/Moosbeeren, Immunisierung mit OM-89 (Uro-Vaxom®, enthält lyophilisierte bakterielle Lysate von 18 E. coli Stämmen), D-Mannose (2 Gramm 1 x täglich oral) sowie die Einspülung von GAG-Schicht-Substituenten in die Blase, auch intravesikale Instillation genannt. Empfohlen, aber in Deutschland nicht erhältlich sind die Immunisierung mit MV140 sowie das Harnwegsdesinfizienz Methenaminhippurat.

Die Datenlage zur Prophylaxe mit Probiotika ist zu widersprüchlich, um eindeutige Empfehlungen – vor allem hinsichtlich Applikationsart (oral, vaginal), Dosierung oder Anwendungsdauer – auszusprechen. Laut europäischer Leitlinie (EAU Guidelines on Urological Infections 2025) könnten folgende Bakterienstämme potenziell dazu beitragen, die Vaginalflora zu regenerieren und Infekten vorzubeugen: Lactobacillus (L.) rhamnosus GR-1, L. reuteri B-54 und RC-14, L. casei shirota oder L. crispatus CTV-05.

Pflanzliche Präparate mit Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut sowie Präparate mit Bärentraubenblättern und Birke beziehungsweise Löwenzahn (in Deutschland nicht erhältlich) zeigten der Leitlinie zufolge in einzelnen Studien Anhaltspunkte für einen Nutzen bei der Vermeidung von Rezidiven; Bärentraubenblätter eignen sich allerdings nicht für eine Langzeittherapie über einen Monat hinaus. Die Kombination aus Liebstöckelwurzel, Rosmarinblättern und Tausendgüldenkraut könnte laut einer Studie einen Zusatznutzen in Ergänzung zu einer Antibiotikatherapie haben.

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