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Barriere stärken
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Hautpflege für Krebspatienten

Eine onkologische Therapie belastet auch die Haut. Eine spezielle Basispflege und individuelle Pflegeroutine schon vor der Behandlung stärken die Hautbarriere und halten während der Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie unerwünschte Auswirkungen im Rahmen.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 18.01.2024  08:00 Uhr

Cremen vor der Therapie

Eine spezielle und regelmäßige Hautpflege könne nachweislich das Ausmaß der Hautprobleme mindern oder sogar deren Auftreten verhindern, informiert der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums auf seiner Website. Dabei gilt es, bereits vor dem ersten Behandlungstag mit einer adäquaten Basispflege zu beginnen, nicht erst, wenn Hautirritationen bereits da sind.

Inwiefern die Haut insbesondere auf die energiereiche Strahlung reagiert, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen. Zu individuell unterschiedlich wird die Radiotherapie eingesetzt. Das Ausmaß der Hautbeeinträchtigungen ist abhängig von der Gesamtstrahlendosis, von der Fokussierung der Strahlenquelle und den Zeitabständen der Einzeldosen und – nicht zuletzt – vom Ausgangszustand der Haut der Betroffenen.

Die rechtzeitige Basispflege stabilisiert die Hautbarriere. Dazu muss sie sowohl rückfettende als auch hydratisierende Inhaltsstoffe enthalten. Geeignete Wirkstoffe nennt etwa die 2020 erschienene S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei onkologischen PatientInnen, die praktische Tipps zur Prophylaxe und Therapie der Strahlendermatitis gibt, oder das aktuelle Positionspapier zur Xerosis cutis (trockene Haut).

Grundsätzlich sind rückfeuchtende Inhaltsstoffe wie Urea oder Glycerin das A und O. Um physiologische Barrierelipide zuzuführen, sollten in der Formulierung zusätzlich Ceramide, Sterole, Squalene, Sheabutter oder Nachtkerzensamenöle enthalten sein. Hautberuhigende oder juckreizstillende Inhaltsstoffe wie Niacinamid und Dexpanthenol können bei bereits bestehender Dermatitis angewandt werden. Beispiele sind etwa Linola® Radioderm von Dr. Wolff, Dermasence® BarrioPro und Adtop plus oder Lipikar® Syndet AP+ oder Lipikar® Baume AP+M von La Roche-Posay.

Die beste Evidenz bei trockener Haut hat Harnstoff. Seine Wirksamkeit lässt sich in Kombination mit anderen natürlichen Feuchthaltefaktoren und Ceramiden, dem Zellkitt, noch steigern. Grundsätzlich gilt: Mit je weniger Inhaltsstoffen eine Pflege auskommt, desto besser. Zubereitungen mit Alkohol (trocknet zusätzlich aus), Duft- und anderen potenziell allergisierenden Stoffen (gerade bei solchen mit pflanzlichen Inhaltsstoffen) sind zu meiden.

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