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Für Angehörige
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Hilfreiche Strategien im Umgang mit Demenz

Nächtliche Unruhe, starker Bewegungsdrang, lautes Rufen, aggressives Verhalten – das alles kann bei Menschen mit Demenz auftreten. Für Angehörige ist die Pflege oft eine große Herausforderung. Doch manche Probleme lassen sich abmildern.
AutorKontaktdpa
Datum 12.12.2023  14:00 Uhr

Die Winterjacke im Sommer

Steht beispielsweise ein Mensch mit Demenz im Sommer mit einer Winterjacke vor einem, sollte man nicht schimpfen oder belehren. »Hilfreicher ist eine wertschätzende, verständnisvolle Kommunikation – auch wenn sie in manchen Situationen viel Geduld kostet«, sagt Marion Langhorst von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

So könnte man etwa sagen: »Also mir wäre das heute ja viel zu warm. Aber wenn du meinst, dann probiere es aus.« Häufig bemerken Patienten draußen schnell, dass die Winterjacke zu warm ist. Gut, wenn Angehörige als Alternative dann eine Sommerjacke dabeihaben. Die Jacke, die nicht zur Jahreszeit passt, ist typisch: »Mit der Erkrankung verändern sich die Wahrnehmung und das Zeitgefühl«, erklärt Langhorst. Da können Uhren mit Angaben zum Wochentag und mit Hinweisen wie morgens, mittags, abends hilfreich sein.

Rituale und feste Tagesabläufe 

Auch Rituale und ein fester Tagesablauf sind wichtig. »Menschen mit Demenz helfen Strukturen. Um ihnen Sicherheit im Alltag zu geben, sollten Angehörige Vertrautes bewahren«, rät Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege. In der Wohnung sollte alles seinen festen Platz haben. Sonst könnten sich Menschen mit Demenz schnell überfordert fühlen, so Langhorst.

Trotz der Diagnose sollten Angehörige Menschen mit Demenz weiterhin viel zutrauen. »Es ist wichtig, dass Patienten weiter zum Sport gehen, Freunde treffen, an Ausflügen teilnehmen«, sagt Marion Langhorst. Denn was Körper und Geist anregt, Selbstständigkeit und Aktivität fördert, ist auch gut für die kognitiven Fähigkeiten.

»Ziel sollte es sein, Menschen mit Demenz ein gutes Gefühl zu geben – also Entspannung, Freude, Zufriedenheit zu fördern«, so Daniela Sulmann. So könnte man alte Fotos betrachten, in schönen Erinnerungen schwelgen, einen Spaziergang machen oder einen Film anschauen.

Die Expertinnen raten, Patienten in den Alltag einzubinden. Das können kleine Aufgaben sein: bügeln, Tisch decken, Blumen gießen. »Dabei geht es nicht um das Ergebnis, ob etwa die Blumen genügend Wasser haben oder die Wäsche richtig zusammengelegt ist, sondern um Teilhabe«, sagt Sulmann.

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