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Protonenpumpenhemmer absetzen
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Informierte Patienten, weniger Verordnungen

Wurden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) einmal verordnet, bleiben sie oft lange auf dem Medikationsplan, auch, wenn sie gar nicht mehr nötig sind. Eine aktuelle Studie aus Frankreich zeigt: Werden Patienten dazu ermuntert, die Notwendigkeit ihres PPI mit ihrem Arzt zu besprechen, führt dies zu niedrigeren Verordnungszahlen.
AutorKontaktPTA-Forum
AutorKontaktPZ
Datum 20.05.2026  14:00 Uhr

Protonenpumpeninhibitoren (PPI) werden sehr häufig verordnet, aber so schnell nicht wieder abgesetzt. Die oft unnötige dauerhafte Einnahme verursacht Kosten und geht langfristig mit einem erhöhten Risiko etwa für Demenz, Knochenbrüche und kardiovaskuläre Ereignisse einher. PPI-Dauerverordnungen sollten also immer mal wieder überprüft werden.

An der Untersuchung französischer Wissenschaftler von der Universität Nantes, deren Ergebnisse im Fachjournal »JAMA Internal Medicine« erschienen sind, nahmen 1498 Allgemeinmediziner aus 683 französischen Arztpraxen teil. Eingeschlossen wurden die Daten von 34.409 Patienten, die über mindestens ein Jahr ein PPI verordnet bekommen hatten. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt.

In den Gruppen 1 und 2 bekamen die Ärzte einen Brief mit Beschreibung eines evidenzbasierten Deprescribing-Algorithmus für PPI. In Gruppe 1 wurden zusätzlich die jeweiligen Patienten von ihrer Krankenkasse angeschrieben. Sie erhielten neben einem Motivationsschreiben eine Informationsbroschüre mit dem Titel »Lassen Sie uns über PPI sprechen«. In der dritten Gruppe lief die Versorgung wie immer ab.

Bei der Standardbehandlung reduzierten sich die PPI-Dosen bei 7,0 Prozent der Patienten um mehr als die Hälfte, mit Anschreiben an die Ärzte waren es nur unwesentlich mehr (7,7 Prozent der Patienten). Besser sah es in der Gruppe 1 aus: Hier gelang bei fast doppelt so vielen Patienten (14,9 Prozent) eine Dosisreduktion um mehr als 50 Prozent, wenn diese selbst ein Informationsschreiben erhalten hatten und dazu ermuntert worden waren, ihren Arzt auf das Absetzen anzusprechen.

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