Ein einmal verordneter Protonenpumpenhemmer verschwindet so schnell nicht wieder vom Medikationsplan. Patienten sollten ermutigt werden, mit ihrem Arzt über die Notwendigkeit zu sprechen, das zeigt eine französische Studie. / © Getty Images/Morsa Images
Protonenpumpeninhibitoren (PPI) werden sehr häufig verordnet, aber so schnell nicht wieder abgesetzt. Die oft unnötige dauerhafte Einnahme verursacht Kosten und geht langfristig mit einem erhöhten Risiko etwa für Demenz, Knochenbrüche und kardiovaskuläre Ereignisse einher. PPI-Dauerverordnungen sollten also immer mal wieder überprüft werden.
An der Untersuchung französischer Wissenschaftler von der Universität Nantes, deren Ergebnisse im Fachjournal »JAMA Internal Medicine« erschienen sind, nahmen 1498 Allgemeinmediziner aus 683 französischen Arztpraxen teil. Eingeschlossen wurden die Daten von 34.409 Patienten, die über mindestens ein Jahr ein PPI verordnet bekommen hatten. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt.
In den Gruppen 1 und 2 bekamen die Ärzte einen Brief mit Beschreibung eines evidenzbasierten Deprescribing-Algorithmus für PPI. In Gruppe 1 wurden zusätzlich die jeweiligen Patienten von ihrer Krankenkasse angeschrieben. Sie erhielten neben einem Motivationsschreiben eine Informationsbroschüre mit dem Titel »Lassen Sie uns über PPI sprechen«. In der dritten Gruppe lief die Versorgung wie immer ab.
Bei der Standardbehandlung reduzierten sich die PPI-Dosen bei 7,0 Prozent der Patienten um mehr als die Hälfte, mit Anschreiben an die Ärzte waren es nur unwesentlich mehr (7,7 Prozent der Patienten). Besser sah es in der Gruppe 1 aus: Hier gelang bei fast doppelt so vielen Patienten (14,9 Prozent) eine Dosisreduktion um mehr als 50 Prozent, wenn diese selbst ein Informationsschreiben erhalten hatten und dazu ermuntert worden waren, ihren Arzt auf das Absetzen anzusprechen.