PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Analysieren statt ärgern
-
Kommunikation in Konflikten

Im Team gibt es immer wieder Konflikte, etwa wenn bestimmte Verhaltensweisen für Ärger sorgen. Damit die Kommunikation dann gut funktioniert, können Selbstreflektion und eine kurze Analyse der Situation hilfreich sein.
AutorKontaktBritta Odenthal
Datum 27.08.2024  08:00 Uhr

Die Situation analysieren

Es kann hilfreich sein, zu analysieren, auf welcher Ebene man selbst häufig kommuniziert und entsprechende Anliegen möglichst auf die neutrale Erwachsenen-Ebene zu übersetzen. Das braucht etwas Übung. Lassen Sie sich nicht von Ihren Emotionen steuern. Erkennen Sie, dass Ärger in Ihnen ist und wenn dieser in Ihnen brodelt, ziehen Sie sich anfangs lieber zurück und analysieren Sie die Situation.

Im Überblick: Wie können Sie also am besten in einer Konfliktsituation vorgehen?

  1. Wahrnehmen, dass das Gegenüber die Augenhöhe verlässt.
  2. Spüren, dass Ärger bei Ihnen entsteht.
  3. Die bewusste Entscheidung treffen, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
  4. Bewusst auf der Erwachsenen-Ebene bleiben und hieraus kommunizieren.
  5. Bleibt das Gegenüber in Verhalten, Wortwahl und Stimme nicht auf der Erwachsenen-Ebene, können Sie sagen, dass Sie derzeit wohl keinen Konsens finden können und der Konflikt deshalb weiterhin besteht.
  6. Verabschieden und eigene Arbeit wieder aufnehmen oder Raum verlassen.
  7. Zu einem späteren Zeitpunkt oder am nächsten Tag erneut das Gespräch unter vier Augen suchen und wieder auf der Erwachsenen-Ebene kommunizieren. Am besten für Ihr Anliegen eine Frageform wählen.

Aushalten lernen

Besonders, wenn Konflikte schon länger bestehen und Gespräche und Wünsche ins Leere liefen, kann es helfen, andere Wege zu gehen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht immer die Lösung präsentieren müssen. Sie müssen einen Konflikt auch nicht allein lösen, denn dazu gehören mindestens zwei Personen. Es auszuhalten, dass ein Konflikt da ist und dies auch so auszusprechen, ist schon eine erste Verhaltensänderung, die Ihr Gegenüber wahrnehmen wird. So lernen Sie Stück für Stück, nicht immer selbst die Verantwortung zu übernehmen und Lösungen finden zu müssen. Sie grenzen sich souverän ab und legen den Konflikt sichtbar auf den Tisch. Da wird es für die Person, die die Verantwortung nicht übernehmen will, irgendwann eng. Denn ein großer Trumpf von Menschen, die keine Verantwortung übernehmen möchten, ist es, dass sie Konflikte und Unstimmigkeiten gut aushalten können. Harmonie ist schön, jedoch nicht auf Kosten einer Partei.

Zu guter Letzt: Ohne disziplinarische Verantwortung gibt es natürlich keine Möglichkeiten, echte Konsequenzen für das Verhalten der Kollegin zu ziehen. Es ist daher auf Dauer schwierig bis unmöglich, sie in ihre Schranken zu weisen, wenn sie ihr Verhalten nicht ändern möchte. In solchen Fällen hilft wahrscheinlich nur ein Gespräch mit dem Chef.

TEILEN
Datenschutz
THEMEN
Kommunikation

Mehr von Avoxa