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Erreger im Wasserdampf
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Legionellen – Gefahr aus dem Duschkopf

Über Wasserdampf in Duschen, Whirlpools oder an Wasserhähnen eingeatmete Legionellen können schwere Lungenentzündungen verursachen. Um das zu vermeiden, ist eine fachmännische Installation, Nutzung und Kontrolle der Wasserrohre wichtig.
AutorKontaktJudith Schmitz
Datum 23.06.2021  12:00 Uhr

Legionärskrankheit und Pontiac-Fieber

Zwei verschiedene Erkrankungen durch Legionellen sind bekannt: die Legionärskrankheit (mit Pneumonie) und das Pontiac-Fieber, eine grippeähnliche Erkrankung. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nur in einem Fall beschrieben.

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung (Legionellen-Pneumonie), die sich klinisch nicht von anderen Formen unterscheidet. Verwirrtheit, Abdominalschmerzen oder Durchfälle können auftreten. Viel seltener ist die (Mikro-)Aspiration von kontaminiertem Wasser, das versehentlich in die Luftröhre statt in die Speiseröhre gelangt. Magensäure hingegen tötet die Erreger ab. Ansteckungen geschehen überwiegend daheim oder im beruflichen Umfeld, aber auch auf Reisen etwa im Hotel oder im Krankenhaus und Pflegeheim. Laut RKI treten die meisten Erkrankungen vereinzelt und vermutlich durch den Kontakt mit kontaminiertem Trinkwasser auf.

Von der Legionärskrankheit betroffen sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder chronischen Herz-/Lungenerkrankungen, Raucher und ältere Menschen. Tödlich verläuft die Legionärskrankheit bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten. Eine Lungenentzündung durch Legionellen muss laut RKI immer mit wirksamen Antibiotika und meistens im Krankenhaus behandelt werden.

Beim Pontiac-Fieber handelt es sich quasi um einen milden Verlauf der Legionärskrankheit, es ist ein akuter fiebriger Infekt ohne Lungenentzündung. Häufige Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, Thoraxschmerzen und ein trockener Husten. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, ohne Antibiotika. Die Patienten erholen sich in der Regel innerhalb weniger Tage. Todesfälle sind nicht bekannt.

So beugt man vor

PTA-Forum hat bei Benedikt Schaefer vom Umweltbundesamt (UBA) und Hanna Wippermann vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) Sicherheitsmaßnahmen erfragt, wie man einer massenhaften Legionellenvermehrung zu Hause am besten vorbeugt.

  • Prinzipiell sollten immer möglichst kurze Leitungen verlegt werden. Dabei auf die fachmännisch richtige Leitungsführung (zum Beispiel nicht neben der Fußbodenheizung) und auf die richtige Dämmung achten, damit sich das Kaltwasser in den Leitungen nicht erwärmt. Die Errichtung der Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an ihr sollten nur durch ein Wasserversorgungs- oder Installationsunternehmen erfolgen, das in einem Installateurverzeichnis eines Wasserversorgungsunternehmens eingetragen ist.
  • Die Regler-Temperatur muss in einem Haus mit zentraler Wassererwärmung am Trinkwassererwärmer auf mindestens 60 °C eingestellt sein (60 °C am Speicheraustritt). Die Warmwassertemperatur im Leitungssystem darf an keiner Stelle unter 55 °C liegen. Auch Durchlauferhitzer sollten auf 55 °C eingestellt werden. Ein Verbrühungsschutz an der Armatur – etwa in Kindergärten oder Pflegeheimen – kann Verbrühungen verhindern. Kaltwasser sollte kalt bleiben.
  • Vorbeugend meidet man am besten Leerstand und Stagnation. Dazu Wasserleitungen regelmäßig nutzen, Absperren beziehungsweise Abtrennen von nicht genutzten Leitungen, um Totstränge zu vermeiden. Duschköpfe und Strahlregler regelmäßig reinigen und entkalken. Mehrere Minuten heißes Wasser durch den Duschkopf fließen lassen, wenn die Dusche längere Zeit nicht gebraucht wurde. Dabei Fenster öffnen und sich vom Duschbereich fernhalten.
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