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Die Zeit
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Mal rast sie schnell, mal steht sie still

Zwei Wochen im Krankenhaus können sich wie eine Ewigkeit anfühlen, zwei Wochen auf Reisen vergehen dagegen oft wie im Flug. Wissenschaftler erforschen die Ursachen für die unterschiedliche Zeitwahrnehmung – und auch Methoden, sie gezielt zu verändern.
AutorKontaktBarbara Erbe
Datum 16.10.2026  12:00 Uhr

Grundsätzlich unterscheide die Forschung zwischen zwei Arten der Zeitwahrnehmung, erklärt Dr. Isabell Winkler im Gespräch mit PTA-Forum. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Forschungsmethodik und Evaluation am Institut für Psychologie der Technischen Universität Chemnitz. Es gibt das Zeitempfinden der Gegenwart, also die Wahrnehmung, wie schnell oder langsam die Zeit in einer bestimmten Situation vergeht (prospektiver Zeitmodus). Und es gibt das Zeitempfinden der Erinnerung, also die Wahrnehmung, wie lange einzelne Lebensabschnitte gedauert haben (retrospektiver Zeitmodus).

Beide können ein- und dieselbe Zeitphase sehr unterschiedlich abspeichern. Wer etwa einen stundenlangen, für ihn oder sie persönlich uninteressanten Vortrag anhören muss, mag diese Situation prospektiv als schier endlos erleben. Denkt die gleiche Person später an den Vortrag zurück, erscheint ihr die Zeit retrospektiv aber meist deutlich kürzer. »Das hat damit zu tun, dass unser Gehirn nur die bedeutsamen Momente erinnert. Je weniger man davon gesammelt hat, desto schneller scheint die Zeit vergangen zu sein.«

Allgemein, so die Psychologin, strebten die meisten Menschen danach, dass die Zeit im Moment des Erlebens möglichst schnell vergeht. »Muss man warten, lenkt man sich ab. Scheint eine Zeitspanne schnell zu vergehen, wird sie als positiver wahrgenommen und das Erlebte meist besser bewertet.« Selbst langweilige Aufgaben würden als amüsanter wahrgenommen, wenn die Probanden dächten, es seien bereits zehn statt nur fünf Minuten vergangen. Musikstücke würden besser bewertet und Lärm als weniger störend empfunden, wenn die Geschwindigkeit einer elektronischen Uhr um 20 Prozent erhöht wurde. Auch wer von einer spannenden Aufgabe regelrecht absorbiert wird, achtet weniger auf die Zeit, etwa bei dem wissenschaftlich belegten Phänomen des »Flow«: ein »angenehmer Zustand völliger Absorption bei einer Tätigkeit, in dem die Zeit ungewöhnlich schnell zu vergehen scheint.«

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