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Kriminalität
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Mehr gefälschte Rezepte für Abnehmspritzen

Um an die begehrten Abnehmspritzen zu kommen, fälschen manche Menschen Rezepte. Dies wird immer mehr zum Thema für Polizei, Apotheken und Krankenkassen. Und für Konsumenten kann es gefährlich werden.
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Datum 20.05.2025  14:00 Uhr

Wofür werden die Medikamente genutzt?

Während Ozempic nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen ist, hat das ebenfalls Semaglutid-haltige Medikament Wegovy die Indikation als Ergänzung beim Abnehmen und Halten von Gewicht bei Adipositas oder Übergewicht mit weiteren Risikofaktoren. Das Präparat Mounjaro® (Tirzepatid) ist für beide Indikationen zugelassen. 

Wie wirken die Präparate?

Semaglutid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist. Es wirkt ebenso wie das im Darm gebildete körpereigene Inkretin-Hormon Glucagon-Like-Peptide-1 (GLP-1) und wird daher als Inkretin-Mimetikum bezeichnet. Zur Klasse der GLP-1-Rezeptoragonisten zählen auch die Arzneistoffe Exenatid, Liraglutid und Dulaglutid.

GLP-1 wird nach einer Mahlzeit ausgeschüttet und fördert die Insulinausschüttung. Der Blutzuckerspiegel sinkt daraufhin. Außerdem senkt es den Glucagonspiegel, verlangsamt die Magenentleerung und reduziert Appetit.

Tirzepatid ist der erste zugelassene duale Agonist an sowohl GLP-1- als auch GIP-Rezeptoren. Das glukoseabhängige insulinotrope Peptid (GIP) ist ebenfalls ein gastrointestinales Peptidhormon.

Welche Vorgaben gibt es für solche Medikamente?

In Deutschland sind die Medikamente verschreibungspflichtig, erklärt das Stuttgarter Innenministerium im Sicherheitsbericht. »Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten.« Bei einer Verordnung mittels Privatrezept zur Behandlung von Adipositas müssen die Anwenderinnen und Anwender das Medikament selbst bezahlen.

Wer bemerkt, dass es eine Fälschung ist?

Oft falle die Fälschung erst bei einer Prüfung durch die Krankenkassen auf, sagt Preis. Diese würden sich häufig weigern, die Kosten zu übernehmen, wodurch die Apotheken auf den Kosten sitzen blieben. »Das ist ein großer finanzieller Schaden«, macht der ABDA-Präsident deutlich.

Auch der GKV-Spitzenverband erläutert, dass selbst vergleichsweise wenige Fälle im Ergebnis hohe Schadenssummen verursachten. Das liege daran, dass diese Arzneimittel hochpreisig seien.

Können Apotheken die Herausgabe der Mittel verweigern?

Die Apotheken sind in einem Spannungsverhältnis: »Man muss schon schwerwiegende Gründe haben, um eine Versorgung mit Arzneimitteln zu verweigern«, sagt Preis. »Bei Hunderten eingelösten Rezepten pro Tag müssten die Mitarbeitenden hier sehr schnell abwägen und entscheiden.«

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