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Zyklusstörungen
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Mönchspfeffer als Therapieoption bei PMS

Präparate mit Mönchspfefferextrakten sind seit Langem zur Linderung von Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) etabliert. Bei der Beratung in der Offizin kommt es darauf an, gut geprüfte Extrakte zu empfehlen. Die Dosierung macht den Unterschied.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 21.01.2026  08:00 Uhr
Mönchspfeffer als Therapieoption bei PMS

Während Mönchspfeffer (Vitex agnus castus) im Mittelalter im Ruf stand, die »fleischliche Lust« zu vertreiben und somit Mönchen ein keusches Leben zu erleichtern, werden heute Trockenextrakte aus seinen Früchten gegen Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms (PMS) wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen bis hin zu Stimmungsschwankungen und Ängstlichkeit eingesetzt.

Der Extrakt, der sich in Studien besonders effektiv zeigte, stammt ursprünglich aus der Schweiz. Dabei wurden Tagesdosierungen von 20 mg Trockenextrakt verwendet. Aufgrund der guten Studienlage haben die Autoren der HMPC-Monographien der europäischen Arzneimittelagentur EMA diesem Extrakt den Status well-established use verliehen. 4-mg-Präparate sind nach HMPC-Monographie dagegen nur als »traditional use« eingestuft.

Mit Kadezyklus® kommt nun im Januar in Deutschland ein zweites Mönchspfeffer-Präparat mit einer Extrakt-Tagesmenge von 20 mg auf den Markt. Damit ist es ebenso wie Agnucaston® 20 mg fünffach höher konzentriert als andere in Deutschland erhältliche Phytopharmaka und entspricht damit quasi genau der Well-established-use-Monografie. Agnolyt®, Femicur® oder Agnus sanol® enthalten zwar ähnliche Trockenextrakte (zum Beispiel mit einem DEV von 6-12:1, Ethanol 60 Prozent, oder DEV 7-11:1, Ethanol 70 Prozent), allerdings weiterhin eine niedrigere Extrakt-Tagesmenge von 4 mg. Wegen der schwächeren Studienlage rechnet sie die EMA dem traditional use zu.

Die tägliche Einnahme von 20 mg des Vitex-agnus-castus-Trockenextrakts über drei Monate führt zur signifikanten Besserung typischer PMS-Symptome wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Brustspannen – und das bei sehr guter Verträglichkeit und günstiger Ansprechrate, hieß es bei der digitalen Einführungspressekonferenz von Kadezyklus. »In einer randomisierten, doppelverblindeten, placebokontrollierten klinischen Studie mit 170 PMS-Patientinnen berichteten 52 Prozent der Frauen unter Verum über eine mindestens 50-prozentige Symptomreduktion, gegenüber 24 Prozent unter Placebo«, berichtete Dr. Reinhild Georgieff, Gynäkologin und Leiterin der komplementärmedizinischen Spezialsprechstunde an der Universitätsklinik Leipzig.

Zudem habe eine Dosis-Wirkungs-Studie mit 160 Betroffenen bestätigt, dass 20 mg des Trockenextrakts zu einer klinisch relevanten Symptomlinderung führen, während niedrigere Dosierungen keinen Effekt zeigten und höhere wie 30 mg keinen Zusatznutzen brachten.

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