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Zukunftsangst
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Mut zur Zuversicht

Klimawandel, Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit oder künstliche Intelligenz: Gründe, sich Gedanken über die Zukunft zu machen, gibt es derzeit viele. Warum einem das Ungewisse besonders große Angst macht, was dagegen helfen kann und die Zuversicht stärkt, erklärt Christian Weiss, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im Gespräch mit PTA-Forum.
AutorKontaktHanke Huber
Datum 07.10.2026  08:00 Uhr

Keine Lösung

Anders als bei einer Panikattacke äußert sich Zukunftsangst, auch da wo sie nicht pathologisch ist, meist nicht dramatisch. »Sie macht sich eher als konstante innere Spannung, Gereiztheit und ein diffuses unangenehmes Gefühl bemerkbar sowie die ständige Frage: ›Was wird passieren?‹ «, erklärt der Psychiater. Gerade in ruhigen Momenten kommen solche Gedanken auf – etwa beim Einschlafen oder nachts. Das Gehirn versucht dann, Kommendes vorherzusagen und mögliche Probleme zu lösen. »Das ist auch nicht schlimm, solange es zu einer Handlung führt«, sagt Weiss. Grübeln jedoch sei dagegen letztlich »Gedanken machen ohne Lösung«.

Was gebietet dem quälenden Gedankenkarussel Einhalt? Eine mögliche Antwort lautet Zuversicht. Die hat allerdings wenig damit zu tun, sich einzureden, dass am Ende bestimmt alles gut ausgeht. Der Psychiater erklärt den Unterschied anhand eines einfachen Beispiels: »Ein Optimist ist sich sicher, dass es morgen nicht regnen wird. Ein Pessimist rechnet fest mit Regen. Ein zuversichtlicher Mensch dagegen denkt: Wahrscheinlich bleibt es trocken – aber falls es doch regnet, werde ich damit zurechtkommen. Er kann einen Schirm mitnehmen, sich unterstellen oder wird eben ein bisschen nass.« Die Überzeugung »Ich werde klarkommen« – das sei Zuversicht, so Weiss.

Für ihn bietet Zuversicht deshalb mehr Realismus als bloßer Optimismus. Denn der Satz »Es wird alles gut gehen« kann schnell unglaubwürdig wirken, wenn tatsächlich schwierige Entwicklungen drohen. Zuversicht bedeutet: Man bleibt handlungsfähig. »Wenn uns etwas Angst macht, dann denken wir meist bis zur Katastrophe – und dann hören wir auf zu denken.« Das Leben gehe danach aber weiter.

Zuversicht stärken

Warum fällt eine solche Haltung manchen Menschen leichter als anderen? Weiss spricht von einer biopsychosozialen Mischung. Neben der genetischen Grundausstattung spielen Erziehung, frühe Erfahrungen, das soziale Umfeld und das bereits Erlebte eine Rolle. Um der Zuversicht auf die Sprünge zu helfen, kann ein Blick zurück lohnen. Ein Autounfall, eine berufliche Krise oder eine Trennung mögen im jeweiligen Moment überwältigend gewirkt haben. Im Rückblick zeigt sich jedoch häufig, dass es irgendwie weiterging. Aus solchen Erfahrungen könne Zuversicht für Kommendes entstehen, so Weiss: »Was auch immer kommt: Es kann schmerzhaft sein und unangenehm, aber hinkriegen und bewältigen werde ich das.«

Dahinter steht das Gefühl der Selbstwirksamkeit: die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können und schwierigen Situationen nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Wer sich bewusst macht: »Ich habe das gemeistert, ich habe Handlungsoptionen«, könne seine Zuversicht stärken.

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