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Pseudocustomer-Besuche
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Nagelpilz mit viel Geduld behandeln

In diesem Jahr sind Pilzerkrankungen das Schwerpunktthema der Pseudocustomer-Besuche in öffentlichen Apotheken. Grund genug, das Beratungswissen aufzufrischen. In dieser Ausgabe geht es um die Beratung bei Nagelpilz.
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 14.04.2026  10:00 Uhr
Nagelpilz mit viel Geduld behandeln

Patienten mit der erstmaligen Eigendiagnose »Nagelpilz« sollten zunächst einen Arzt aufsuchen. Dadurch wird nicht nur sichergestellt, dass es sich tatsächlich um Nagelpilz handelt, sondern auch, dass der Patient eine effektive Therapie erhält. Diese ist definitiv erforderlich, da Nagelpilz keine Selbstheilungstendenz hat. Am häufigsten sind Dermatophyten – meist Trichophyton rubrum – für Nagelpilz verantwortlich, seltener Hefepilze wie Candida-Arten und vereinzelt Schimmelpilze.

Durchblutungsstörungen wie chronisch-venöse Insuffizienz, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und Verletzungen der Nagelplatte, beispielsweise durch Sport oder eine fehlerhafte Pediküre, fördern eine Infektion. Weitere Risikofaktoren sind zu enge Schuhe, Fußfehlstellungen, Nagelpsoriasis, künstliche Fingernägel und übermäßiges Schwitzen. Sind Zehenzwischenräume oder Fußsohlen schon länger von einem Pilz befallen, kann sich dieser außerdem leicht auf die Nägel ausbreiten.

Für den Erregernachweis – sowohl zur Diagnose als auch zur Erfolgskontrolle – empfiehlt die S1-Leitlinie »Onychomykose« ergänzend zu histologischen Methoden eine PCR (Polymerase-Kettenreaktion). Denn mit dieser kann auf DNA-Ebene ermittelt werden, welcher Erreger hinter der Infektion steckt.

Die gute Nachricht: Eine Pilzinfektion lässt sich immer heilen, wenn die Diagnose stimmt. Für die Wahl der richtigen Therapie ist entscheidend, ob die Nagelmatrix beteiligt ist, wie viel von der Nageloberfläche befallen ist und welche individuellen Faktoren der Patient mitbringt. Die Leitlinienautoren betonen: »Nicht zu vernachlässigen ist die zu erwartende Compliance und der Therapiewunsch der Patient*innen«, – denn die Therapie ist meist langwierig. Ziel ist es, die Erreger vollständig zu eliminieren, möglichst gesunde Nägel zu erhalten und Infektionsketten zu verhindern. Die Autoren betonen, dass die Therapie erst dann enden sollte, wenn der Erregernachweis – am besten mittels PCR – negativ ist. Angesichts hoher Rezidivraten von 20 bis 25 Prozent mahnen sie hier Verbesserungsbedarf an.

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