| Katja Egermeier |
| 29.05.2026 16:00 Uhr |
Und plötzlich ist alles lila. Nach dem zartgrünen Matcha heißt der neueste Trend im Lebensmittelsektor Ube. / © Getty Images/RobertDowner
Der Begriff »Ube« stammt aus dem Tagalog, der Landessprache der Philippinen, die zugleich das wichtigste Anbaugebiet sind. Es bedeutet so viel wie »Knolle« und wird mit langezogenem »U« und kurzem »e« gesprochen. Laut BZfE ist Ube weicher ist als andere Yamsarten, weshalb sie auch Wasseryams genannt wird. Trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeit sei sie zudem nicht mit der lila Süßkartoffel verwandt.
Ube schmecke mild, nussig, ein wenig nach Vanille, Pistazie und Kokosnuss – also eine Mischung gleich mehrerer angenehmer Aromen. Doch die Wurzel kann den Ernährungsexperten zufolge noch mehr: Das intensive Lila entsteht durch blau-rote Anthocyane, die antioxidativ, antiviral, antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Zudem liefern Yamswurzeln generell viel Stärke, Ballaststoffe, Eiweiß, einige Vitamine und Mineralstoffe – dafür kaum Fett.
Und noch ein Stoff ist laut BZfE in Ube enthalten: Diosgenin, eine Vorstufe des weiblichen Sexualhormons Progesteron. Die Wurzel werde daher zur Herstellung von Arzneimitteln mit bioidentischen Hormonen verwendet. Allerdings lässt sich dieser Effekt nicht einfach durch einen höheren Verzehr von Ube erzielen: Der menschliche Körper ist nicht in der Lage, das enthaltene Diosgenin selbst in Progesteron umzuwandeln, wie das BZfE betont.
Ube kann also mit Inhaltsstoffen und Geschmack durchaus punkten. Doch der Hype hat auch eine negative Seite: Die steigende Nachfrage geht wie so oft zulasten der Anbauländer – in diesem Fall vor allem der Philippinen, wo Ube hauptsächlich kultiviert wird. »Immer wenn von einem Lebensmittel plötzlich viel mehr gebraucht wird als vorher, zerstört das gewachsene Anbaustrukturen«, warnt Britta Klein vom BZfE. Der erhöhte Bedarf könne bestehende Strukturen verändern und dazu führen, dass auch weitere tropische Regionen in Asien oder Afrika in den Anbau einsteigen.
So attraktiv, lecker und gesund Ube auch ist: Für Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande bleibt es ein weit gereistes Produkt – mit entsprechendem Einfluss auf die Klimabilanz.