Omega-3-Fettsäuren und ihre Wirkung auf Herz und Gefäße
Omega-3-Fettsäuren gelten als »gut fürs Herz« – ihnen wird nachgesagt, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu senken. Doch stimmt das wirklich? Wie viel sollte man davon zu sich nehmen und in welcher Form? Und gibt es auch Risiken oder Kontraindikationen? Die Deutsche Herzstiftung klärt auf.
Senkung der Triglyceride: Dieser Effekt ist laut Herzstiftung am besten belegt. Verschiedene Studien und Übersichtsarbeiten zeigen eine deutliche Senkung der Triglyceridwerte bei der Einnahme von mehreren Gramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag. Vor allem EPA und DHA wirken senkend.
»Das ist vor allem für Menschen mit deutlich erhöhten Triglyceridwerten medizinisch relevant«, so die Herzstiftung. Eine Einnahme solle jedoch ärztlich verordnet und überwacht werden.
Triglyceride sind eine Form von Blutfetten und nicht selten erhöht – etwa bei Diabetes mellitus, Übergewicht, erhöhtem Alkoholkonsum sowie einer fett- und zuckerreichen Ernährung und Übergewicht.
Regulierung von Entzündungen, Vermeidung von kardiovaskulären Ereignissen:
Omega-3-Fettsäuren können entzündlichen Prozessen im Körper entgegenwirken. Diese Entzündungen spielen laut Herzstiftung eine entscheidende Rolle bei dauerhaften Ablagerungen von Fett und Kalkbestandteilen an den Gefäßwänden. Eine solche Arteriosklerose kann zu einem Herzinfarkt führen.
Jedoch: Laut zahlreichen Untersuchungen ist der Effekt von Omega-3-Kapseln auf Herzinfarkte oder Schlaganfälle gering. Sowohl die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft als auch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA haben festgestellt, dass eine Omega-3-Zufuhr von 1 g täglich auf EPA-/DHA-Basis nach einem ersten Herzinfarkt nicht vor weiteren Ereignissen schützt. Am ehesten kann eine hohe Aufnahme von ALA das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse geringfügig reduzieren.
Einzig eine Studie, in der Omega-3-Fettsäuren als verschreibungspflichtiges Arzneimittel in sehr hoher Dosis verabreicht wurden, zeigte eine Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos. Durch die hohe Dosierung traten jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen häufiger auf.
Blutdruck senken:
Eine Metaanalyse ergab, dass etwa 2 bis 3 g Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA) pro Tag den Blutdruck leicht senken können. Das ersetzt laut Herzstiftung jedoch keine Therapie, sondern ist lediglich als Zusatznutzen zu betrachten.