Es ist Frühling, die Sonne scheint, die Blumen blühen – alle freuen sich. Alle? Nein, Allergiker verschließen Fenster und Türen und warten darauf, dass ihre oralen Antihistaminika wirken. Wie diese richtig angewendet werden, hat die PTA zuvor in der Apotheke erklärt.
Juckreiz als Symptom verschiedener Erkrankungen wie atopisches Ekzem oder Urtikaria
Wirkung
Antihistaminika verdrängen Histamin kompetitiv am H 1 -Rezeptor.
Sie binden als inverse Agonisten, das heißt sie versetzen Rezeptor in inaktiven Zustand.
An den H 1 -Rezeptoren außerhalb des Gehirns verhindern Antihistaminika Allergiesymptome wie Rötung,
Schwellung, Juckreiz oder Niesen.
An H 1 -Rezeptoren im ZNS nehmen vor allem ältere Wirkstoffe Einfluss auf Wachheit und Übelkeit.
Erste Generation
Wirkstoffe wie Clemastin, Diphenhydramin oder Doxylamin passieren Blut-Hirn-Schranke
machen müde, helfen gegen Übelkeit
beeinträchtigen die Aufmerksamkeit
können den Nachtschlaf stören (Veränderung der Schlafphasen)
Magen-Darm-Beschwerden oder Mundtrockenheit möglich
Zweite Generation
Wirkstoffe wie Cetirizin, Loratadin, Levocetirizin, Desloratadin und Bilastin passieren nicht oder nur in geringem Maße die Blut-Hirn-Schranke
wirken selektiver an H 1 -Rezeptoren
haben kaum anticholinerge Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit
Loratadin und Desloratadin
Desloratadin ist der aktive Metabolit von Loratadin und hat interagiert nicht mit dem CYP-System. Daher weniger Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen oder Nahrungsmitteln.
Im Vergleich zu Loratadin ist für Desloratadin eine geringere Dosis erforderlich.
Ein geringer Prozentsatz der Anwender berichtet über Aufmerksamkeitseinbußen.
Cetirizin und Levocetirizin
Levocetirzin ist das wirksame Enantiomer von Cetirizin.
Im Vergleich zu Cetirizin wird nur die halbe Dosis von Levocetirizin benötigt.
Levocetirizin hat eine doppelt so hohe Affinität zu den H 1 -Rezeptoren.
Levocetirizin hat weniger müdemachendes Potenzial als Cetirizin.