Antiallergische Nasensprays mit Steroiden sollten immer »über Kreuz« eingesprüht werden, also mit der rechten Hand ins linke Nasenloch oder umgekehrt. / © Getty Images/Dusan Ilic
Das einst verschreibungspflichtige Dymista® Nasenspray (und Generika) heißt nun in der OTC-Variante Nasallegra®, Snup® Allerg, Duoallerg® oder Lorano® Allergiespray. Erst nach mehreren Anläufen hat sich der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht im Juni 2024 dafür ausgesprochen, die antiallergische Nasenspray-Kombination Azelastin plus Fluticasonpropionat aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Dabei ist Fluticason in Monopräparaten bereits seit Herbst 2016 ohne Rezept erhältlich, genauso wie auch Azelastin. Nun haben verschiedene Hersteller ihre Produkte entsprechend angepasst beziehungsweise sind neu auf den Markt gekommen.
Die Fixkombination aus Steroid und Antihistaminikum ist geeignet für Patienten ab 18 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer saisonaler allergischer Rhinitis, bei denen eine Monotherapie mit einem intranasalen Antihistaminikum oder einem Glucocorticoid nicht ausreichend wirksam ist. Erwachsene sollen je einen Sprühstoß in jedes Nasenloch zweimal täglich geben. Vor jedem Gebrauch ist die Flasche gut zu schütteln. Dazu soll diese nach oben und nach unten gekippt und erst danach die Schutzkappe abgenommen werden.
Die neuen OTC-Nasensprays vereinen nun die sofort einsetzende Wirkung des Antihistaminikums Azelastin mit dem starken antiinflammatorischen Effekt von Fluticason, ein dreifach fluoriertes Corticosteroid. Klinische Dateien zeigen, dass die nasalen Beschwerden durch die Kombinationstherapie deutlich wirksamer gelindert werden als durch die jeweilige Monotherapie. So ist eine um 39 Prozent bessere Symptomreduktion dokumentiert.
Das sehen auch die Experten der ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) so. In ihrem Leitlinien-Update 2025 wird die Präferenz für die Kombination gegenüber intranasalen Mono-Corticoiden deutlich. »Die Kombination macht die Therapie anwendungsfreundlicher. Hier kann das pharmazeutische Personal leitliniengerecht beraten. Denn hat man wegen der erst nach Stunden bis Tagen einsetzenden Wirkung des Steroids zur Überbrückung in den ersten Tagen das Sprühen eines nasalen Antihistaminikums empfohlen, damit der Patient einen Effekt hat und nicht glaubt, es wirke nicht, gibt es nun beides in einem Präparat«, erklärte Professor Dr. Torsten Zuberbier, Direktor des Instituts für Allergieforschung an der Berliner Charité, bei einer Presseveranstaltung des Unternehmens Opella. Die europäische ARIA-Leitlinie gibt im Übrigen unter den Kombinationsarzneimitteln der Azelastin-Fluticason-Kombination auch den Vorzug vor der Fixkombination aus Olopatadin und Mometason (Ryaltris®, Rx).
In der Tat: Nasale Steroide wirken nicht sofort, ihre Wirkung - vor allem des Beclometasons - baut sich erst nach drei bis fünf Tagen regelmäßiger Anwendung auf. Beim Fluticason dauert es abhängig vom Salz (Furoat oder Propionat) 8 bis 12 Stunden und beim Mometason 12 bis 48 Stunden. Dem Allergologen zufolge sind Fluticason und Mometason die wirksameren und nebenwirkungsärmeren Alternativen in der Selbstmedikation. »Durch die nasale Gabe werden bei kontinuierlicher Anwendung hohe Konzentrationen in der Schleimhaut bei minimalem Risiko systemischer Nebenwirkungen erreicht. Während die systemische Bioverfügbarkeit von Beclometason Studien zufolge bei etwa 40 Prozent liegt, gelangen bei Fluticason und Mometason weniger als 2 Prozent in den Blutkreislauf.« Weiterhin verschreibungspflichtig bleiben Nasensprays mit Budesonid oder Flunisolid.