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Weichmacher-Abbauprodukt
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Phthalat in Urinproben vielleicht aus Kosmetika

Ein in Urinproben entdeckter Schadstoff könnte nach Angaben aus dem Umweltbundesamt (Uba) möglicherweise aus Sonnenschutzmitteln stammen. Verzichten sollte man darauf aber nicht.
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Datum 13.02.2024  15:30 Uhr
Phthalat in Urinproben vielleicht aus Kosmetika

Das Phthalat MnHexP (Mono-n-hexyl-Phthalat) war kürzlich im Rahmen einer Studie im Urin zahlreicher Menschen gefunden worden. »In unseren ersten, sondierenden Analysen sehen wir einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit MnHexP und Kosmetika, darunter insbesondere Sonnenschutzmitteln«, sagte Kolossa vom Umweltbundesamt. »Man sollte nun aber auf gar keinen Fall auf Sonnenschutzmittel verzichten«, warnte sie zugleich. Die Krebsgefahr durch Sonnenstrahlen sei zu hoch. »Unsere Erkenntnisse reichen zu diesem Zeitpunkt nicht für eine Maßnahmenempfehlung«, sagte sie.

Das Uba habe in einer noch laufenden Umweltstudie zur Gesundheit nach neuesten Daten in etwa 37 Prozent der Proben den Metabolit MnHexP entdeckt, sagte Kolossa. Er ist nach Uba-Angaben unter anderem ein Abbauprodukt des nicht zugelassenen Weichmachers DnHexP (Di-n-hexyl-Phthalat). Der fortpflanzungsschädigende Stoff MnHexP sei erstmals 2023 entdeckt worden. Das Uba hatte ihn im Urin Erwachsender nachgewiesen. Experten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in Nordrhein-Westfalen die Substanz hatten die Substanz in alten Urinproben von Kindergartenkindern gefunden. Der Anteil der mit MnHeP belasteten Proben hatte sich von 26 Prozent (2017/18) auf 61 Prozent (2020/21) erhöht, heißt es einer Mitteilung des Lanuv vom 31. Januar 2024. Die Konzentration bei hochbelasteten Kindern habe sich in etwa verzehnfacht.

Der Stoff DnHexP darf laut Uba in der EU seit 2023 ohne Zulassung grundsätzlich nicht mehr verwendet werden. Zulassungsanträge seien nicht gestellt worden. Nicht auszuschließen sei, dass er in Altlasten oder DnHexP-haltigen Importerzeugnissen stecke. Seit dem Jahr 2013 steht der Weichmacher in der Europäischen Union auf der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe. Als Weichmacher sei dieses Phthalat in kosmetischen Mitteln, Lebensmittelkontaktmaterialien und in Spielzeug deshalb nicht mehr zugelassen.

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