Politische Bildung in der PTA-Ausbildung |
Angehende PTA der Staatlichen Berufsfachschule BS06 in Hamburg bei ihrem Besuch der Hamburgischen Bürgerschaft / © Simone Gansewig
Nach einer Einführung in die Arbeit des Landesparlaments stand zunächst ein Gespräch mit der Bürgerschaftsabgeordneten Simone Gündüz (SPD) auf dem Programm. Für die angehenden PTA hatte die Begegnung eine ganz besondere Bedeutung: Simone Gündüz absolvierte selbst die PTA- und PKA-Ausbildung an der heutigen BS06, bevor ihr beruflicher Weg sie in die Hamburger Politik führte.
Im Gespräch nutzten die Schülerinnen und der Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen, politische Abläufe besser zu verstehen und Einblicke in den Alltag einer Abgeordneten zu erhalten. Dabei wurde schnell deutlich, dass politische Entscheidungen nicht losgelöst vom Alltag entstehen, sondern zahlreiche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und insbesondere das Gesundheitswesen massiv beeinflussen – sei es bei der Diskussion um aktuelle Reformvorhaben oder der Sicherstellung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung.
Anschließend verfolgte die Klasse eine Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft von der Besuchertribüne aus. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Diskussion um eine mögliche Olympiabewerbung Hamburgs. Die Klasse konnte dabei live erleben, wie unterschiedliche Positionen vertreten, Argumente ausgetauscht und politische Entscheidungen vorbereitet werden.
Neben den politischen Einblicken sorgte auch das Hamburger Rathaus selbst für Begeisterung. Zwischen historischen Sälen, beeindruckender Architektur und den vielen Details gab es immer wieder etwas zu entdecken. Dass die Kamerarolle der Auszubildenden nach dem Besuch deutlich voller war als zuvor, überraschte daher niemanden, schließlich wurde auch das obligatorische Gruppenfoto für die Erinnerung festgehalten.
In der Ausbildung sprechen wir häufig über die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf das Gesundheitswesen. Zu erleben, wie diese Entscheidungen tatsächlich entstehen, ist noch einmal etwas völlig anderes. Berufliche Schulen vermitteln nicht nur fachliche Kompetenzen. Sie sollen junge Menschen auch dabei unterstützen, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Exkursionen wie diese schaffen dafür wertvolle Lerngelegenheiten außerhalb des Klassenzimmers.
Besonders die Begegnung mit einer ehemaligen PTA- und PKA-Schülerin, die heute politische Verantwortung übernimmt, hinterließ bei der Klasse großen Eindruck. Sie zeigte, wie vielfältig berufliche Wege verlaufen können und dass Bildung oft Türen öffnet, die man zu Beginn noch gar nicht im Blick hat.
Nach diesen durchweg positiven Erfahrungen wird der Bereich politische Bildung auch künftig eine feste Rolle in unserem Schulalltag spielen. Für das kommende Jahr haben wir bereits das nächste große Ziel ins Auge gefasst: Wir planen weitere Einblicke in politische Institutionen – dann auf Bundesebene im politischen Zentrum Berlins.