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Neueinführungen
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Quartett im April

Zum 1. April kamen gleich vier neue Wirkstoffe in den Handel. Ihr Einsatzgebiet ist breit gefächert. Ein Neuling kommt bei vasomotorischen Symptomen, einer bei Atemwegserkrankungen, einer bei Nagelpilz und einer bei Hautkrebs zum Einsatz.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 10.04.2026  08:00 Uhr

Mit Elinzanetant (Lynkuet® 60 mg Weichkapseln, Bayer) ist ein neuer Wirkstoff für die nicht hormonelle Behandlung von vasomotorischen Symptomen (VMS) auf dem Markt. Das verschreibungspflichtige Medikament ist zur Behandlung von moderaten bis schweren VMS, die mit der Menopause assoziiert sind oder die durch eine adjuvante endokrine Therapie im Zusammenhang mit Brustkrebs verursacht wurden, zugelassen.

Die sogenannten Kisspeptin-Neurokinin-B-Dynorphin-Neuronen (KNDy-Neuronen) sind wichtig für die Thermoregulation im Gehirn. Die Zellen werden durch Neurokinin B (NKB) angeregt und durch Estrogen gehemmt. Während der Wechseljahre oder während einer endokrinen Therapie sinkt der Estrogenspiegel und das Gleichgewicht zwischen Estrogen und NKB wird damit gestört, was zu VMS, etwa Hitzewallungen und Nachtschweiß, führt. Elinzanetant verhindert, dass NKB an die Rezeptoren NK-1 und NK-3 bindet, wodurch die Aktivität von NKB gedrosselt wird und so Anzahl und Intensität von Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen verringert werden. Mit Fezolinetant kam im Jahr 2024 ein ähnlicher Wirkstoff in den deutschen Handel.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 120 mg (zwei 60‑mg‑Kapseln) Elinzanetant, eingenommen vor dem Schlafengehen. Bei moderater bis schwerer Nierenfunktionsstörung sind es 60 mg pro Tag. Bei moderater bis schwerer Leberfunktionsstörung wird Elinzanetant nicht empfohlen.

Die empfohlene Tagesdosis bei Anwendung mit moderaten CYP3A4-Inhibitoren beträgt 60 mg pro Tag. Die gleichzeitige Anwendung von Elinzanetant mit starken CYP3A4-Hemmern wird nicht empfohlen. Auch bei der gleichzeitigen Anwendung von Elinzanetant mit Grapefruit(saft) ist das so. Bei Frauen im Alter über 65 Jahren ist der neue Wirkstoff nicht untersucht, sodass für diese in der Fachinformation keine Dosisempfehlung gegeben wird.

Die gleichzeitige Anwendung von Elinzanetant und einer Hormonersatztherapie mit Estrogenen wurde nicht untersucht. Daher wird die gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen. Lokale vaginale Präparate können jedoch verwendet werden.

Kontraindiziert ist Elinzanetant bei bekannter oder vermuteter Schwangerschaft. Auch der Einsatz bei Stillenden wird nicht empfohlen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Elinzanetant bei VMS, die mit der Menopause assoziiert sind, sind Kopfschmerzen und Erschöpfung. Bei VMS, die durch eine adjuvante endokrine Therapie verursacht wurden, sind Erschöpfung, Schläfrigkeit, Diarrhö, Depression und Muskelspasmen am häufigsten.

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