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Neueinführungen
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Quartett im April

Zum 1. April kamen gleich vier neue Wirkstoffe in den Handel. Ihr Einsatzgebiet ist breit gefächert. Ein Neuling kommt bei vasomotorischen Symptomen, einer bei Atemwegserkrankungen, einer bei Nagelpilz und einer bei Hautkrebs zum Einsatz.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 10.04.2026  08:00 Uhr

Neues Mittel bei Hautkrebs

Der vierte neue Wirkstoff befindet sich in einer Fixkombination. In Opdualag® 240 mg/80 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung von Bristol-Myers Squibb ist neben dem bekannten Checkpoint-Hemmer Nivolumab mit Relatlimab ein zweiter Checkpoint-Inhibitor für die Krebsimmuntherapie enthalten.

Das Wirkprinzip der beiden Antikörper ist unterschiedlich und ergänzt sich. Nivolumab bindet an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen. Krebszellen können auf ihrer Oberfläche die Proteine PD-L1 und PD-L2 produzieren, die an diesen Rezeptor andocken, und die Aktivität der T-Zellen ausschalten und sie so daran hindern, den Krebs anzugreifen. Durch das Binden an den Rezeptor hindert Nivolumab PD-L1 und PD-L2 daran, die T-Zellen auszuschalten.

Relatlimab bindet an den sogenannten LAG-3-Rezeptor. Das ist für einen Antikörper ein neues Target. Die Blockade von LAG-3 durch Relatlimab bewirkt die Aktivierung von mehr T-Zellen und steigert somit die Fähigkeit des Immunsystems, die Krebszellen anzugreifen und abzutöten. Die gemeinsame Anwendung von Nivolumab und Relatlimab ist zur Abtötung von Tumorzellen wirksamer als die alleinige Anwendung.

Zugelassen ist Opdualag für die Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms mit Tumorzell-PD-L1-Expression kleiner als 1 Prozent. Das Medikament darf ab einem Alter von zwölf Jahren zum Einsatz kommen.

Die empfohlene Dosis beträgt 480 mg Nivolumab und 160 mg Relatlimab alle vier Wochen als intravenöse Infusion über 30 Minuten verabreicht. Eine Dosissteigerung oder -reduktion wird nicht empfohlen. Je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit ist möglicherweise ein Aufschieben einer Dosis oder ein dauerhafter Abbruch der Behandlung erforderlich.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Ermüdung/Fatigue, Muskel- und Skelettschmerzen, Ausschlag, Arthralgie, Diarrhö, Pruritus, Kopfschmerz, Übelkeit, Husten, verminderter Appetit, Hypothyreose, Abdominalschmerzen, Vitiligo, Fieber, Obstipation, Harnwegsinfektion, Dyspnoe und Erbrechen. Zudem ist Nivolumab in Kombination mit Relatlimab mit immunvermittelten Nebenwirkungen assoziiert. Dazu findet sich in der Fachinformation auch ein gesonderter Warnhinweis. Patienten sollten engmaschig überwacht werden (mindestens bis zu fünf Monate nach der letzten Dosis), da Nebenwirkungen unter Opdualag jederzeit während oder nach der Behandlung auftreten können.

Die Anwendung von Opdualag bei Schwangeren und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Zuverlässige Verhütungsmethoden sind für mindestens fünf Monate nach der letzten Gabe anzuwenden. Es ist nicht bekannt, ob Nivolumab und/oder Relatlimab in die Muttermilch übergehen. Man weiß aber, dass humane IgG-Antikörper in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch übergehen; bald darauf nehmen diese auf niedrige Konzentrationen ab. Daher kann ein Risiko für den gestillten Säugling in diesem kurzen Zeitraum nicht ausgeschlossen werden. Anschließend kann Opdualag während der Stillzeit angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist.

Das neue Arzneimittel ist im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C zu lagern. Die ungeöffneten Durchstechflaschen können bis zu 72 Stunden bei kontrollierter Raumtemperatur (bis zu 25 °C) gelagert werden.

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