| Verena Schmidt |
| 02.01.2026 16:00 Uhr |
Bei der Nikotinersatztherapie wird der Suchtstoff Nikotin oral per Kaugummi, Tablette oder Spray oder per Pflaster über die Haut zugeführt. Er wird dabei langsamer aufgenommen als beim Rauchen, der Blutspiegel stabilisiert sich in einem niedrigen Bereich, sodass keine typischen Entzugssymptome auftreten wie etwa Reizbarkeit, Unruhe, Hunger, Tremor, Schweißausbrüche, Schwindel, Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Schlafstörungen.
Nikotinpflaster (zum Beispiel Nicorette®, Nicotinell®, Nikofrenon®) versorgen den Körper transdermal kontinuierlich mit Nikotin. 16-Stunden-Pflaster entsprechen dem normalen Tagesrhythmus; sie werden tagsüber aufgeklebt, aber nicht über Nacht angewendet. Daneben gibt es auch 24-Stunden-Nikotinpflaster, die auch über Nacht eine konstante Versorgung gewährleisten. Allerdings treten auch häufiger Nebenwirkungen wie etwa Schlafstörungen auf.
Kaugummis und Lutschtabletten unterstützen den Ex-Raucher vor allem bei akutem Verlangen nach einer Zigarette. Bei der Anwendung ist eine gute Beratung entscheidend, denn es kommt auf die richtige Kautechnik an. Man kaut, bis sich der Geschmack intensiviert – was zeigt, dass der Wirkstoff freigesetzt wird. Dann wird der Kaugummi in die Wangentasche geschoben, bis der Geschmack nachlässt. Kauen und Pausieren dann für bis zu 30 Minuten wiederholen, bis der gesamte Wirkstoff abgegeben ist.
Bei Nikotin-Lutschtabletten (wie von Nicorette, Nicotinell) ist es ähnlich: Man lässt sie für 20 bis 30 Minuten im Mund zergehen und schiebt sie dabei von einer Seite der Mundhöhle zur anderen, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Während der Anwendung sollte man nicht essen oder trinken. Auch 15 Minuten vor der Anwendung sollten saure Getränke wie Kaffee oder Fruchtsäfte und Speisen gemieden werden, denn ein erniedrigter pH-Wert im Mund kann die Aufnahme des Nikotins vermindern. Neben Lutschtabletten und Kaugummis gibt es außerdem noch Nikotin-Mundsprays (etwa von Nicorette, Nicotin AL); die Sprühstöße werden bei Rauchverlangen in die Wangentasche abgegeben.
Pflaster und eine orale Option können auch kombiniert werden, wenn unter einer Monotherapie noch Entzugssymptome auftreten. Die Obergrenze von maximal 64 mg Nikotin/Tag sollte hierbei aber nicht überschritten werden.