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Säuglinge und Senioren
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RSV-Prophylaxe im Überblick

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) kann besonders für Babys und Senioren gefährlich werden. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten zur Prophylaxe. Was die Ständige Impfkommission (STIKO) aktuell empfiehlt.
AutorKontaktVerena Schmidt
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 27.01.2026  15:20 Uhr

Einmalige Impfung für Senioren

Mit Arexvy® und Abrysvo® kamen 2023 zwei »echte« RSV-Impfstoffe auf den deutschen Markt. Beide enthalten das RSV-Glykoprotein (PreF) in einer stabilisierten Form als Impfantigen. Dieses Oberflächenprotein braucht das Virus, um in die Körperzellen eindringen zu können. Es ist auch das Hauptangriffsziel des Immunsystems. Arexvy enthält außerdem den Wirkverstärker AS01E, der die Immunantwort auf das Impfantigen verstärken soll. Bei Abrysvo handelt es sich um einen bivalenten Impfstoff, der zu gleichen Teilen rekombinantes PreF der beiden Untergruppen A und B enthält.

Neben den proteinbasierten Impfstoffen steht der mRNA-basierte Impfstoff mResvia® für die aktive Immunisierung gegen RSV zur Verfügung. Es ist der erste mRNA-basierte Impfstoff nach dem Covid-Impfstoff, der von der EMA eine Zulassungsempfehlung bekommen hat. Auch der mRNA-Impfstoff basiert auf dem Antigen PreF. Er enthält einzelsträngige, mit einer Kappe versehene mRNA, die für PreF codiert. Wie bei den bekannten Coronaimpfstoffen auf mRNA-Basis enthält mResvia den Bauplan für das Impfantigen PreF, das in den Körperzellen gebildet wird und die Produktion von neutralisierenden Antikörpern und antigenspezifische zelluläre Immunantworten stimuliert.

Die STIKO empfiehlt Personen ab 75 Jahren eine einmalige RSV-Impfung mit einem der proteinbasierten Impfstoffe oder der mRNA-Impfung – möglichst vor Beginn der RSV-Saison. Die RSV-Impfung kann gleichzeitig mit der Influenza-Impfung gegeben werden.

Auch Personen ab 60 Jahren sollten sich impfen lassen, wenn sie in einer Pflegeeinrichtung leben oder von einer schweren Grunderkrankung betroffen sind. Dazu gehören laut STIKO unter anderem schwere Formen chronischer Erkrankungen der Atemwege, der Nieren und des Herzkreislaufsystems, chronische neurologische, neuromuskuläre oder hämato-onkologische Erkrankungen, schwere Immundefizienz sowie Diabetes mellitus (mit Komplikationen). 

Noch keine Empfehlung für maternale RSV-Impfung

Abrysvo ist zusätzlich zur maternalen Immunisierung, also zur Impfung in der Schwangerschaft zwischen Woche 24 und 36, zugelassen. Dadurch können nach dem Nestschutz-Prinzip die gebildeten Antikörper gegen RSV noch vor der Geburt von der Mutter auf das Kind übergehen und es somit direkt nach der Geburt schützen – ein Konzept, das bereits bei Keuchhusten (Pertussis) und Influenza angewandt wird.

Ist eine Schwangere gegen RSV geimpft worden, brauchen gesunde Neugeborene in der Regel keine Nirsevimab-Gabe. Anders sieht es aus, wenn bei einem Säugling bekannte Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf vorliegen oder die Impfung der Mutter weniger als zwei Wochen vor der Geburt durchgeführt wurde. Dann wird laut Robert-Koch-Institut eine zusätzliche Prophylaxe mit Beyfortus empfohlen.

Aus Sicht der STIKO liegt aktuell für den Einsatz von Abrysvo in der Schwangerschaft zu wenig Evidenz vor, um eine klare Empfehlung für die Impfung auszusprechen. In der Sicherheitsevaluation sei außerdem ein Ungleichgewicht beim Auftreten von Frühgeburten zwischen der impfstofferhaltenden und nicht-erhaltenden Gruppe aufgetreten. Die Studienpopulation war aber zu klein, um das sicher zu beurteilen, weitere Untersuchungen hierzu sind nötig.

Aktualisiert am 27.01.2026

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