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Hintergrund und Therapie
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Schlafprobleme im Alter – was tun

Schlaf verändert sich mit dem Alter – bemerkbar vor allem zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Die Schlafdauer reduziert sich mitunter, Tiefschlafphasen nehmen ab. Wie man Schlafstörungen entgegenwirken kann, erklärte Professor Frohnhofen, leitender Arzt in der Altersmedizin der Klinik für Orthopädie und Unfallmedizin in der Uniklinik Düsseldorf, bei einem Webinar der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG).
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 18.08.2023  11:30 Uhr

Schlaf beeinflusst viele Parameter, die bei älteren Menschen relevant sind, zum Beispiel Funktionalität, Kognition und Emotion. Anerkannt ist mittlerweile, dass gestörter Schlaf das Risiko für demenzielle Entwicklungen erhöht. Gleiches gelte für eine übermäßige Tagesschläfrigkeit, betonte Frohnhofen: »Schläfrigkeit zu einem Zeitpunkt, an dem man eigentlich Wachheit erwartet, ist pathologisch und muss abgeklärt werden.« Hinzu kommt, dass das Schlafen am Tage zusätzlich den Schlafdruck reduziert. 

Weitgehend unbekannt ist, warum wir schlafen. Sicher ist aber, dass während des Schlafs wichtige Prozesse ablaufen. Gedächtnisinhalte werden konsolidiert, Beta-Amyloide entsorgt – es wird »aufgeräumt«. Unsere Vigilanz – also die Wachheit – ist das Ergebnis aus circadianem Rhythmus und dem vorhandenen Schlaf- und Wachdruck. »Wenn wir wach sind, steigt der Schlafdruck«, erklärte Frohnhofen. Entscheidend hierfür ist die Substanz Adenosin, die sich tagsüber anreichert und müde macht. Beim Schlafen wird sie abgebaut. Neben diesem homöostatischen Prozess läuft der circadiane Rhythmus ab – unsere »innere Uhr«. Funktionieren die komplexen, ineinandergreifenden Systeme nicht mehr richtig, kommt es zu Ein- oder Durchschlafstörungen.

Umweltbedingungen können die Regulationssysteme beeinflussen, zum Beispiel Licht: »Sonnenlicht ist der stärkste Zeitgeber, den wir kennen«, so der Mediziner. Einfluss haben außerdem physische Stimuli wie Sport, kognitive und emotionale Stimuli, zum Beispiel Stress, sowie viszerale Stimuli (Essen, »Suppenkoma«).

Mit dem Alter verändert sich der Schlaf. Man habe festgestellt, dass die Konzentration des extrazellulären Adenosins zu- und die Rezeptordichte abnehme, so Frohnhofen. Das bedeutet, dass der Schlafdruck nicht mehr so hoch ist wie bei jüngeren Menschen. Auch die Tiefschlafphasen werden weniger. Während sich die Einschlafzeit nur minimal ändert, reduziert sich einer Metaanalyse zufolge die Gesamtschlafzeit vom 40. bis zum 70. Lebensjahr etwa um eine Minute pro Jahr. 

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