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Epidemiologische Studie
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Schützt die Gürtelrose-Impfung auch vor Demenz?

Erste Hinweise, dass die Zoster-Impfung auch vor Demenz schützen könnte, gab es bereits vor zwei Jahren. Eine aktuell publizierte Studie unterstützt diese Hypothese. Wie ist die Datenlage?
AutorKontaktPZ
Datum 07.04.2025  09:30 Uhr

Weniger Demenz-Neuerkrankungen bei Geimpften

Die Forschenden konnten zeigen, dass die Impfung die Demenzinzidenz signifikant senkte. So war die Wahrscheinlichkeit einer neuen Demenzdiagnose über einen Nachbeobachtungszeitraum von sieben Jahren bei erhaltener Zoster-Impfung um 3,5 Prozentpunkte reduziert, was einer relativen Reduktion von 20 Prozent entspricht. Es wurde nicht zwischen einzelnen Demenzerkrankungen differenziert. 

Der Effekt der Impfung auf Demenz wurde mit einer Latenz von über einem Jahr sichtbar, was die Hypothese stützt, dass eine reduzierte virale Reaktivierung ein vorgelagerter Mechanismus sein könnte. Dass der Schutzeffekt für eine Demenz besonders bei Menschen ausgeprägt war, die an autoimmunen oder allergischen Erkrankungen litten, könnte auf eine mögliche systemische Immunmodulation durch die Impfung hindeuten.

Es traten Unterschiede je nach Geschlecht und Gesundheitsstatus auf. So waren die Effekte besonders ausgeprägt bei Frauen sowie bei Personen mit bestimmten immunologischen Vorerkrankungen.

Kritischer experimenteller Ansatz

Um die Schwächen einer epidemiologischen Studie im Vergleich zu einer Interventionsstudie so klein wie möglich zu halten, nahmen die Forschenden verschiedene statistische Anpassungen vor. So wurden beispielsweise die Daten von Personen, die nur eine Woche vor oder nach dem Stichtag 80 Jahre alt wurden, statistisch stärker gewichtet. Denn sollten sich hier Unterschiede zeigen, können diese kaum durch Störfaktoren verfälscht sein.

Auch untersuchten die Forschenden die Krankenakten auf mögliche Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Personen. Und sie bewerteten, ob bei nicht geimpften Personen häufiger Demenz diagnostiziert wurde, einfach weil sie häufiger zum Arzt gingen, und weil sie mehr Medikamente einnahmen mit der Folge eines erhöhten Demenzrisikos.

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